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Sun will den Rich-Internet-Markt beherrschen

07.05.2008 | 13:45 Uhr |

Mit JavaFX hat Sun eine Rich-Internet-Technologie vorgestellt, mit der das Unternehmen um einen Teil des Web-2.0-Marktes kämpfen wird.

Schon zum Start der Entwicklerkonferenz JavaOne gestern, Dienstag, hat Sun nicht nur die Möglichkeiten von JavaFX vorgezeigt, sondern auch einen detaillierten Zeitplan für das Verfügbarwerden der Technologie vorgestellt. Die bei der letztjährigen JavaOne erstmals angekündigte Erweiterung von Java soll noch im Herbst 2008 moderne Rich-Internet-Applications (RIAs) auf Desktop-Computer bringen. Für 2009 sind auch JavaFX-Varianten für andere Endgeräte geplant, um RIAs quer über diverse Endgeräte verfügbar zu machen.

Bereits das klassische Java erlaubt RIAs - Online-Anwendungen, die im Vergleich zu normalen Webseiten mehr Funktionalität und Interaktivität bieten. Doch der Web-2.0-Markt stellt immer höhere Ansprüche an RIAs, denen Sun durch JavaFX gerecht werden will. "JavaFX ersetzt Java SE nicht, sondern baut darauf auf", erklärt Roman Brandl, Sun Software Sales Manager, gegenüber pressetext. "Die größten Ergänzungen sind, dass es sich im Gegensatz zu 'reinem' Java um eine Scripting-Umgebung handelt und dass mehr Multimedia-Features inkludiert sind", beschreibt er die Erweiterung der Java-Technologie. Als Beispiele werden auf der Entwickler-Konferenz etwa die "Movie Cloud" zum gleichzeitigen Rendering Dutzender HD-Videos und der "Photo Flocker" vorgestellt, der eine Bildersuche nach Tags und eine stufenförmige Darstellung der Suchergebnisse erlaubt.

Mit JavaFX tritt Sun im Kampf um Marktanteile im wachsenden RIA-Markt an. Auf diesem Web-2.0-Spielfeld warten etwa Adobes Flash oder Microsofts Silverlight. "JavaFX basiert auf einer offenen Umgebung und ist damit auf einer Vielzahl von Endgeräten verfügbar - JavaFX Browser Anwendungen können daher auch einfach am Desktop laufen", sieht Brandl eine Stärke der Sun-Technologie. Suns Executive VP of Software Rich Greene meinte auf der JavaOne, dass JavaFX für "alle Bildschirme im Leben des Nutzers" geeignet sei. Neben der JavaFX-Version für Desktop-Computer, die im Herbst 2008 veröffentlicht wird, sind auch Versionen für mobile Endgeräte und geeignete Fernseher in Entwicklung. JavaFX Mobile und JavaFX TV sollen im Frühjahr 2009 erscheinen und RIAs damit Endgerät-unabhängig machen.

"JavaFX ist teilweise schon Open Source", ortet Brandl einen wesentlichen Unterschied zu den beiden proprietären Konkurrenten. "Damit bietet JavaFX als einzige dieser Umgebungen den Entwicklern die Möglichkeit, ihre RIAs unabhängig von Software- und Hardware-Herstellern zu entwickeln und zu vertreiben", so Brandl. Langfristig dürfte JavaFX allerdings nicht nur mit anderen RIA-Technologien in Form von Browser-Erweiterungen konkurrieren müssen. "In HTML 5 wird es Video und Audio geben", betonte Tritan Nitot, Präsident von Mozilla Europe, Ende April auf der Konferenz Internet World in London. Damit könnten Technologien wie Flash obsolet werden. Allerdings wird das noch etwas dauern, nach letzten Angaben des World Wide Web Consortium wird der Standard HTML 5 nicht vor Ende 2010 finalisiert. (pte)

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