39714

Java unter der GPL

13.11.2006 | 14:15 Uhr |

Es ist keine Überraschung, dass Sun Microsystems seine Java-Plattform frei verfügbar macht; etwas unerwartet für manche Beobachter ist die Wahl des Unternehmens hinsichtlich des Lizenz-Modells.

Bei seinen Bemühungen Software an den Mann oder die Frau zu bringen, hat Sun in erster Linie auf eine eigene Open-Source-Lizenz zurückgegriffen: CDDL ( Common Development and Distribution License ). Am heutigen Montag soll sich dies ändern. Dann wird sowohl die Java Platform Standard Edition (Java SE) als auch die Java Platform Micro Edition (Java ME) unter die General Public License Version 2 (GPLv2) kommen.

Die in der Free and Open Source Software Community (FOSS) sehr beliebte GPL wurde im Jahr 1989 erschaffen. Überarbeitet und in Form von GPLv2 kam sie dann ab 1991 zum Tragen. Gegenwärtig wird die GPL etwa von Linux, der MySQL AB oder auch dem Samba File-and-Print-Server-Projekt genutzt.

Sun hatte bereits im Mai versprochen, Java frei verfügbar zu machen und seitdem haben Führungskräfte des Unternehmens gemeinsam mit Sun-Partnern und Entwicklern versucht zu bestimmten, welches Lizenzmodell am besten ihren Bedürfnissen entsprechen würde. "GPL ist die richtige Wahl", so Laurie Tolson, Vice President bei Sun für die Java Developer Products and Programs verantwortlich. Der Zug sollte allerdings nicht als ein Eingeständnis gesehen werden, dass das CDDL versagt habe, so Tolson, obgleich die Überzeugungsarbeit bei den Entwickler eine neue Open Source Lizenz anzunehmen, doch weitaus länger gedauert hat als Sun erhofft hatte. Kompatibilität war das Schlüsselelement für Sun in der Entscheidung für GPL, sagt Tolson. Insbesondere hofft der Hersteller, dass GNU/Linux Distributionen wie Debian oder Ubuntu Java mit dem OS bündeln werden und so die Entwicklungsumgebung in neue Märkte trägt.

0 Kommentare zu diesem Artikel
39714