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Japans Wunderwelt der Automaten

12.01.2001 | 12:43 Uhr |

Sie befriedigen fast jeden Kundenwunsch. Von Getränken über heiße Nudeln, Blumensträuße, Säcke mit Reis bis hin zu Damenschlüpfern liefern japanische Selbstbedienungsautomaten fast alles. Nun wollen die Hersteller wollen sie für das Zeitalter der Informationstechnologien aufrüsten und die Automaten ans Internet oder Mobilfunk-Netzwerke angeschließen.

Sie befriedigen fast jeden Kundenwunsch. Von Getränken über heiße Nudeln, Blumensträuße, Säcke mit Reis bis hin zu Damenschlüpfern - die Angebotspalette japanischer Selbstbedienungsautomaten kennt fast keine Grenzen. Beinahe an jeder Straßenecke leuchten schnurrende Getränkespender Passanten entgegen. Im Sommer kann man an ihnen die verschiedensten Sorten gekühlter Säfte oder mehrere Varianten kalten Kaffees bekommen, während sie jetzt im Winter den Dosenkaffee fast zum Kochen bringen.

Mehr als 5,5 Millionen solcher Selbstbedienungsautomaten stehen auf dem fernöstlichen Inselreich, rund die Hälfte davon führen Getränke. Etwa auf jeden 23. Japaner kommt damit ein Automat. Allein im Jahr 1999 spuckten die Geräte nach Angaben der Fachzeitschrift "J@pan Inc" einen Umsatz von rund drei Billionen Yen (knapp 53 Milliarden Mark) aus.

Nun gehen die Hersteller einen Schritt weiter und wollen die Maschinen für das Zeitalter der Informationstechnologien aufrüsten. Schon bald würden die meisten Automaten ans Internet oder Mobilfunk-Netzwerke angeschlossen sein, berichtete die Zeitschrift.

Der Elektronikkonzern Sanyo zum Beispiel hat ein System entwickelt, mit dem der Kunde seine Getränkedose künftig bargeldlos per Internet-Handy kaufen kann. Hierzu loggt sich der Kunde auf die Internet-Seite des Herstellers ein und tippt anschließend eine Identifikationsnummer gefolgt von den Nummern des Automaten und des Produkts ein. Der Preis für die erworbene Dose erscheint dann auf der Telefonrechnung für das Mobiltelefon, wie die Wirtschaftszeitung "Nikkei Weekly" berichtete. Die Firma Sanden arbeitet an einem System, mit dem der Preis online vom Konto des Kunden abgebucht wird.

Andere Geräte stellen eine Mischung aus Bankautomaten und Online- Kiosk dar und sollen laut "J@pan Inc" Ende 2001 in Banken, Nachbarschaftsmärkten und Bahnhöfen aufgestellt werden. Japans Automaten der neuen Generation können zudem über mobile Netzwerke mit Nachrichten, Werbung sowie Video-und Audiodaten gefüttert werden. Daneben werden Technologien entwickelt, um das Belieferungs- und Wartungssystem für die Automaten zu verbessern.

So wurden Systeme entwickelt, die eine Mail an das zuständige Wartungspersonal senden, sobald der Automat defekt ist. Dabei wird nicht nur mitgeteilt, was nicht funktioniert, sondern auch gleich, welche Ersatzteile der Installateur mit auf den Weg nehmen soll. Solche neuartigen Automaten können zudem Daten über den aktuellen Lagerbestand sowie die Menge an eingeworfenen Geldmünzen per Funknetz an den Betreiber weiterleiten.

Daneben wollen die Hersteller mit derartigen Hightech-Ausstattungen auf zunehmende Fälle von Betrug mit gefälschten Münzen und aufgebrochenen Automaten reagieren. Nachdem die in Japan niedrige Kriminalitätsrate zur Verbreitung der Automaten beigetragen hatte, sorgen sich die Bewohner des fernöstlichen Inselreichs in jüngster Zeit über zunehmende Meldungen von Straftaten. Der Verband der Hersteller von Selbstbedienungsautomaten hat nun ein System entwickelt, das der "Nikkei Weekly" zufolge Fälle von Missbrauch übers Internet direkt an die Polizei melden kann. (PC-WELT, 12.01.2001, dpa/ pk)

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