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Japans 270-Millionen-Dollar-Satellit Hitomi verschwunden - das ist sein letzter Funkspruch

08.07.2016 | 10:42 Uhr |

Der Kontakt zum Satelliten Hitomi ist abgerissen. Vieles deutete auf eine Explosion hin. Update: Das ist das letzte Lebenszeichen.

Update vom 08.07.2016: Wissenschaftler analyisieren das letzte Lebenszeichen

Kurz bevor sich Hitomi in Weltraumschrott verwandelt hat, erhaschte sie offenbar noch einen Blick auf den 250 Millionen Lichtjahre entfernen Galaxiehaufen Perseus. Die aufgenommenen Daten wurden nun ausgewertet und legen den Schluss nahe, dass sich das Gas im Perseushaufen nicht so schnell bewegt, wie angenommen. Das wiederum sei ein weiteres Puzzlestück für die Berechnung der Entstehung des Universums, so die Wissenschaftler.

Im Jahr 2003 konnte im Zentrum des Perseushaufens der damals tiefste Ton des Universums ausgemacht werden. Dort soll sich ein riesiges schwarzes Loch befinden.

Update vom 31.03.2016: Satellit Hitomi hat sich überraschend gemeldet

Die japanische Raumfahrtagentur JAXA (Japanese Aerospace Exploration Agency) hat überraschend zwei Funksprüche von Hitomi erhalten. Doch diese waren zu kurz, um Rückschlüsse darauf zu erhalten, was genau passiert ist oder in welchem Zustand der Satellit sich befindet. Gizmodo berichtet unter Bezugnahme auf einen Astronomen aus Arizona, dass Hitomi sich vor dem Verschwinden um die eigene Achse gedreht habe. Das könnte erklären, warum die Kommunikation abriss, da die Antennen des Satelliten eigentlich auf den Empfänger ausgerichtet sein müssen. Die Drehung erschwere aber die korrekte Ausrichtung. Ein Leck oder ein Fehler im Kühlsystem könnte die Rotation veranlasst haben.

Das U.S. Joint Space Operations Center (JSpOC) meldet derweil, dass Hitomi sich vermutlich in fünf Teile aufgeteilt hat. Teleskope vom Bisei Space Guard Center und Kamisaibara Space Guard Center haben tatsächlich zwei Objekte auf der geplanten Umlaufbahn des Satelliten entdeckt und eines davon identifiziert.

News vom 29.03.2016: Satellit spurlos verschwunden

Die japanische Weltraumbehörde JAXA hatte im Februar einen Satelliten namens Hitomi gestartet, der mit seiner Röntgenkamera die Weiten des Weltraums erforschen sollte. Nun riss der Kontakt ab . Vom 270 Millionen US-Dollar teuren Satelliten fehlt seither jede Spur.

Der routinemäßige Rückruf  der Bodenstation am Sonntag blieb aus. Beobachtungsstellen in den USA hatten wenig später fünf Bruchstücke an der ehemaligen Position des Kamera-Satelliten gefunden. Der Aufklärungssatellit könnte demnach schon zerstört sein. Laut Astronom Jonathan McDowell könnte der Satellit auch Bauteile verloren haben, aber noch immer funktionsfähig sein.

Darauf deuten auch kurze Signale hin, die JAXA später von Hitomi empfangen konnte. Der japanische Satellit befand sich noch in einer Vorbereitungsphase, um später Schwarze Löcher und ähnliche Phänomene zu entdecken.

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