87774

Japanische TV-Sender wollen Youtube ans Leder

05.12.2006 | 13:08 Uhr |

Auf Youtube finden sich nicht nur private Videos und Kurzfilmchen, sondern auch eine Vielzahl an Programm-Ausschnitten von Fernsehsendern. Dabei laden Anwender aufgezeichnetes Material - zum Beispiel Musikvideos - auf das Videoportal und machen dies allen Anwendern zugänglich. In Japan regt sich nun gegen diese Praxis Protest.

Bislang läuft das Hase-und-Igel-Spiel in Sachen Urheberrechtsschutz bei Youtube folgendermaßen ab: Findet ein Rechteinhaber im Angebot des Videoportals Inhalte, die ohne seine Zustimmung dort gelandet sind, muss er sich mit Youtube in Verbindung setzen und das Löschen der jeweiligen Videos beantragen. Bei der Fülle der täglich eingesendeten Clips ist dies eine Aufgabe, bei der wohl selbst Sisyphos lieber bei seinem Stein bleiben würde.

Die Japanese Society for Rights of Authors, Composers and Publishers (JASRAC), sowie 22 weitere Unternehmen und Organisationen wie die größten TV-Stationen, die Motion Picture Producers' Association of Japan, die Japan Video Software Association, die Association of Japanese Animations, die Japan Satellite Broadcasting Association, die Recording Industry Association of Japan und Yahoo Japan fordern nun die Umkehrung des Prüfungsprozesses. Dies berichtet der IDG News Service.

In einem Brief an Youtube wird das Unternehmen aufgefordert, proaktiv gegen die Veröffentlichung von geschützten Inhalten vorzugehen. Zudem solle das Unternehmen ein System entwickeln, das bereits im Vorfeld erkennen kann, ob es sich bei den eingesendeten Clips um urheberrechtlich geschützte Videos handelt und dann sofort löscht.

Bereits vor etwa eineinhalb Monaten hat Youtube nach Beschwerden der JASRAC 29.549 Videos aus seinem Angebot gelöscht. Allerdings hat dies aus Sicht des Verbands die japanischen Anwender nicht daran gehindert, weiterhin geschützte Inhalte auf Youtube hoch zu laden. So sei weiterhin eine Vielzahl an Clips von japanischen TV-Shows zu finden.

Der Verband erwartet laut Schreiben, dass Youtube umgehend die notwendigen Schritte einleitet, um künftig Urheberrechtsverletzungen auf Youtube zu vermeiden. Bis ein solches System erstellt ist, soll das Unternehmen vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Vorstellbar sei dabei aus Sicht der JASRAC beispielsweise ein Warntext auf der japanischen Youtube-Site, der Anwender darauf hinweist, dass der Upload von geschützten Inhalten illegal sein kann und dass sie auf Grund dessen mit straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. Darüber hinaus wird eine Liste mit den Daten (Name, Adresse) der Anwender gefordert, die seit Juni 2006 geschützte Videos bei Youtube hochgeladen haben. Für eine Antwort auf das Schreiben hat der Verband Youtube eine Frist bis 15. Dezember gesetzt.

Gema fordert von Google Lizenzgebühren für Youtube (PC-WELT Online, 07.11.2006)

0 Kommentare zu diesem Artikel
87774