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Japanische Elektronikbranche kämpft mit sinkenden Preisen

Fallende Preise machen den japanischen Elektronikunternehmen zu schaffen - und beim einstigen Flaggschiff Sony ist kein Ende der Krise in Sicht. Im zweiten Geschäftsquartal bis Ende September brach der Gewinn trotz eines hohen Sonderertrages um 46,5 Prozent auf 28,5 Milliarden Yen (206 Millionen Euro) ein. Auch die Konkurrenten NEC und Sharp verbuchten sinkende Gewinne. Der Siemens-Partner Fujitsu kehrte unterdessen in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres in die Gewinnzone zurück.

Die notleidende Elektroniksparte von Sony schaffte schwarze Zahlen nur dank der Übertragung eines Teils der Pensionsverpflichtungen an den japanischen Staat, wie der Konzern am Donnerstag in Tokio zugab. Der operative Gewinn des Bereichs stieg zwar auf 17,3 Milliarden Yen von 7,1 Milliarden im Vorjahr, ohne die darin enthaltenen 63,9 Milliarden Yen aus der Abgabe der Pensionsverpflichtungen hätte es aber einen saftigen Verlust gegeben. Insgesamt erlöste Sony durch den Renten-Deal 73,5 Milliarden Yen (526 Mio Euro). Der Konzernumsatz stagnierte bei 1,7 Billionen Yen.

Sony nannte als Gründe für das schwache Abschneiden unter anderem Kosten für die Umstrukturierung in der Elektroniksparte in Höhe von 32,9 Milliarden Yen, weitere Preisrückgänge bei Geräten wie Fernseher sowie einen Verlust im Filmgeschäft. Sony hält an seiner Prognose für das noch bis zum 31. März laufende Gesamtjahr fest und erwartet weiter einen Verlust von 10 Milliarden Yen. Der Elektronikriese will seine schweren Probleme unter anderem mit dem Abbau von 10 000 Stellen und einer kleineren Produktpalette in den Griff bekommen. Bis Ende März 2008 sollen elf Werke schließen.

Der japanische Siemens-Partner Fujitsu kehrte unterdessen in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres in die Gewinnzone zurück. Wie der Elektronik- und Computerhersteller ebenfalls am Donnerstag mitteilte, ergab sich zum Bilanzstichtag 30. September dank Kostensenkungen und gutem Festplatten-Geschäft ein Nettogewinn von rund 7,7 Milliarden Yen. Im Vorjahr war noch ein Verlust von rund 8,2 Milliarden Yen angefallen. Der Umsatz sank um 1,2 Prozent auf 2,2 Billionen Yen. Für das Gesamtjahr wird ein Nettogewinn von 50 Milliarden Yen erwartet.

Der Konkurrent NEC verdiente dagegen in der ersten Jahreshälfte deutlich weniger als im Vorjahr. Auf Grund starker Absatzrückgänge bei Mobiltelefonen und Halbleiter-Chips schrumpfte der Nettogewinn um 34,8 Prozent auf 16,4 Milliarden Yen. Der Umsatz fiel um drei Prozent auf 2,2 Billionen Yen. Für das noch bis zum 31. März laufende Gesamtgeschäftsjahr erwartet das Unternehmen einen Nettogewinn von 60 Milliarden Yen bei einem angepeilten Umsatz von 4,9 Billionen Yen.

Sharp litt ebenfalls deutlich unter den sinkenden Preisen unter anderem in seinem wichtigen Geschäft mit LCD-Fernsehern. Während der Halbjahresumsatz um 6,2 Prozent auf 1,33 Billionen Yen zulegte, sank der Gewinn um 7,2 Prozent auf 36,49 Milliarden Yen. Der Umsatz mit LCD-Fernsehgeräten stieg dabei um 40,2 Prozent auf 184,6 Milliarden Yen. Noch mehr setzte Sharp allerdings mit Mobiltelefonen um: 220 Milliarden Yen (plus 8,7 Prozent).

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