14.07.2007, 14:03

Michael Söldner

Japan setzt auf ODF-Standards

Die Verwaltungsbehörden Japans müssen zukünftig Software einsetzen, die das Dokumentenformat ODF verarbeiten kann. Damit sollen auch kleinere Unternehmen gegenüber Microsoft-basierten Programmen konkurrenzfähig werden.

Das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie entschied kürzlich, dass in der Verwaltung des Landes künftig Software bevorzugt werden muss, die mit ODF Dokumenten (Open Document Format) zurechtkommt. In den Ausschreibungen erhielten bisher meist Programme den Vorzug, die sich an marktdominierenden Produkten von Microsoft orientierten. Verwaltungsprogramme müssen zukünftig alle internationalen, offenen Dateiformate verarbeiten können. Mit diesen Rahmenbedingungen soll der Dokumentenaustausch erleichtert und die Zusammenarbeit zwischen den Behörden verbessert werden. Die Regelung namens Interoperability Framework wird zudem auch der freien Wirtschaft Japans empfohlen.
„Damit wird Japan zum Vorbild für die Welt", so ODF-Alliance-Manager Marino Marcic. „Durch die neuen Rahmenbedingungen wird ein gesunder Wettbewerb gefördert. Sie eröffnen kleineren und mittleren Unternehmen neue Marktchancen", erklärt Masayuki Hayase, Präsident des Unternehmens Justsystems. Auch hierzulande beschäftigen die Diskussionen über derartige Programme den Bundestag. Ende vergangener Woche wurde schließlich der heftig umstrittene Antrag für mehr Wettbewerb durch offene Dokumentenstandards verabschiedet. Die Aufforderung an die Bundesregierung lautet darin: "das Bewusstsein von Verwaltung, Wirtschaft und Bürgern für die Bedeutung international akzeptierter, offener Dokumentenstandards umfassend zu fördern". So solle der Bund im eigenen Geschäftsbereich mit gutem Beispiel vorangehen und die Offenheit von Dateien wo immer möglich praktizieren.
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