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Jahr 2000: Versicherungen scheuen Risiko

Eine allgemeine Versicherung gegen Schäden durch das Jahr-20

Eine allgemeine Versicherung gegen Schäden durch das Jahr-2000-Problem gibt es nicht. Da letztlich niemand weiß, was alles passieren kann, ist den Versicherungen die pauschale Übernahme des Risikos zu hoch.

Unterdessen häufen sich die Streitigkeiten wegen des Y2K-Problems. Grosse Firme wie Xerox, oder Unisys haben bereits ihre Versicherungen verklagt weil die sich weigern, für die Ausgaben zur Behebung des Jahr-2000-Problems zu zahlen. Die Firmen berufen sich dabei auf Versicherungspolicen, die die Kosten für Reparaturen zur Minimierung von Verlusten abdecken sollen.

Die Versicherungsgesellschaften entgegnen, Y2K-abhängige Reparaturen seien nicht durch die Standardversicherungen abgedeckt, weil die Bevölkerung sich des Problems weitgehend bewusst gewesen sei. Branchenkenner rechnen mit Forderungen von insgesamt über 65 Milliarden Dollar.

Das Problem ist vom Standpunkt der Versicherungen aus gesehen mit Häusern in einem Hochwassergebiet vergleichbar. Für Sach- oder Personenschäden durch den Jahr-2000-Fehler könnte aber nach Angaben der Allianz-Versicherung die Haftpflichtversicherung aufkommen. Wenn beispielsweise eine Produktionsmaschine in einem Unternehmen als Folge eines entsprechenden Computerfehlers einen Arbeiter verletzt, würden diese Schäden von der Haftpflichtversicherung bezahlt.

Gerät ein Haus in Brand, greift die Feuerversicherung. Für reine Vermögensschäden - etwa durch Produktionsausfälle - kommt die Haftpflichtversicherung aber nicht auf. "Jeder Versicherte ist daher selbst gefordert, alle absehbaren Schäden zu verhindern", äußerte Allianz-Sprecher Martin Bendrich gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Kann die Versicherung im Nachhinein beweisen, dass der Versicherte sich überhaupt nicht um das Problem gekümmert hat, könnte er Ärger bekommen, so die Münchner Rechtsanwältin Karin Wollner (PC-WELT, 13.12.99, sp.

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