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Jagdszenen in Hollywood

15.07.2002 | 10:13 Uhr |

Nach den Musikstudios platzt nun auch den Filmkonzernen in Hollywood der Kragen. Massenhaft verbreitete Filmhits, die über Peer-to-Peer-Börsen den Weg auf Festplatten in aller Welt finden, gefährden die Einnahmen der Industrie und sollen unterbunden werden. Tausende von Tauschfans wurden aus diesem Grund bereits abgemahnt.

Nach den Musikstudios platzt nun auch den Filmkonzernen in Hollywood der Kragen. Massenhaft verbreitete Filmhits, die über Peer-to-Peer-Börsen den Weg auf Festplatten in aller Welt finden, gefährden die Einnahmen der Industrie und sollen unterbunden werden. Ein kleines Programm der Softwarefirma "Ranger Inc." aus den USA soll nun Abhilfe schaffen, wie "MSNBC" berichtet.

Das Programm durchforstet Tauschbörsen nach urheberrechtlich geschütztem Material, und übermittelt die Treffer inklusive der IP-Adresse der Anbieter an die Auftraggeber, sprich die Filmstudios. Anhand der IP-Adresse kann auch der jeweilige Internet Service Provider (ISP) bestimmt werden.

Die Studios setzen sich daraufhin mit den ISPs in Verbindung. Da diese auf Grund des "Digital Copyright Millenium Acts" verpflichtet sind, den Zugriff auf urheberrechtlich geschütztes Material zu unterbinden, sobald sie informiert wurden, müssen sich diese mit den jeweiligen Anwendern in Verbindung setzen. Die Anwender erhalten dann unangenehme Post: Darin fordert der ISP den Nutzer auf, das beanstandete Material innerhalb von 24 Stunden zu entfernen, ansonsten drohe die Sperrung des Accounts.

Im Jahr 2001 wurden Angaben des Berichts zufolge rund 54.000 solcher Briefe verschickt, diese Zahl wird sich in diesem Jahr wohl nahezu verdoppeln. So wurden bis Ende Juni 2002 bereits 50.534 so genannter "takedown"-Benachrichtigungen versendet.

Bislang setzt die Filmindustrie noch auf Zuckerbrot statt auf Peitsche: Anders als bei der Musikindustrie sollen bislang noch keine Einzelanwender verklagt werden ( wir berichteten ). Die Studios spekulieren also (noch?) auf die abschreckende Wirkung einer solchen Aktion bei den Anwendern.

Zeitung: Musikindustrie plant einzelne Anwender zu verklagen (PC-WELT Online, 03.07.2002)

Musikindustrie verbreitet manipulierte Songs (PC-WELT Online, 28.06.2002)

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