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JSR232: Java Enterprise-Logik für mobile Applikationen

Nokia schlägt einen weiteren Java Specification Request für mobile Applikationen vor und will damit nichts geringeres erreichen, als die leichtere Integrierbarkeit von Middleware und J2EE-Komponenten auf mobilen Telefonen.

Normalverbraucher können mit dem Techie-Kauderwelsch der Entwicklergemeinde selten etwas anfangen. Aber die Implikationen, die sich aus neuen Frameworks und unscheinbaren Technologie-Kürzeln ergeben, haben manchmal weitreichende Folgen. Auch Nokias neuester Specification Request 232, den das finnische Unternehmen jetzt für den "Public Review", also den Entwicklertest freigibt, könnte sich zu einer solchen Technologie entwickeln.

Der JSR232 definiert ein komponentenorientiertes Framework auf Basis einer mobilen Infrastruktur. Der Entwurf, der auf einer Komponententechnologie der Open Services Gateway Initiative (OSGi Alliance) basiert, erlaubt die Verwaltung von dynamisch installierbaren Komponenten, die Internet- und Netzwerkservices nutzen. Das Zentrum des JSR232 bildet eine ähnliche Architektur wie die der Java Enterprise Edition und ist damit ähnlich skalierbar, sicher und wartbar wie der "große Bruder" J2EE. Praktisch dabei: das Management-Framework passt sich den auf einem mobilen Endgerät verfügbaren Ressourcen automatisch an.

Der Vorteil, der durch die Implementierung des JSR232 entstehen könnte, bringt bereits erste potenzielle Applikationsbauer in Verzückung. So spricht der amerikanische Netzbetreiber Sprint bereits von spannenden neuen Services und Möglichkeiten, die sich durch Nokias JSR erschließen würden. Insbesondere bestehende SOA (Service Oriented Architecture)- oder Komponentenframeworks (Stichwort: Enterprise Beans) ließen sich durch den Einsatz des JSR232 deutlich einfacher auf mobilen Endgeräten implementieren. Direkten Nutzen sieht beispielsweise auch IBM, die ihre Collaboration-Objekte der Workplace-Produkte so auf mobilen Endgeräten nutzen könnten.

Letztlich dürfte es lange dauern, bis der "Kunde von der Straße" von Nokias Initiativgeist profitiert. Denn der JSR232 definiert vor allem ein Framework, das großgewachsene Enterprise-Applikationen dem Handy oder Smartphone ein Stückchen näher bringt. Dynamische Shopsysteme, ineinander übergreifende Workflows verschiedener Office-Applikationen und nahtloses Messaging dürften die ersten - zumindest für Unternehmens-ITler - spürbaren Erfolge sein, die man mit dem JSR232 feiern wird.

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