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Itanium mit angezogener Bremse

Intel bezeichnet die neue Itanium-Technik als "die wichtigste Entwicklung seit dem 486er Prozessor". Allerdings kann die 64-Bit-CPU Itanium nicht die volle Leistung aus der Prozessorumgebung herausholen, wie Intel jetzt selbst eingestanden hat. Erst die neue Intel-CPU - Codename McKinley - wird Datenstaus verhindern, unter denen die Systeme derzeit leiden. McKinley soll jedoch erst Ende 2001 auf den Markt kommen.

In diesem Jahr will Intel die Prozessorumgebung IA-64 an die PC-Hersteller ausliefern. Der CPU-Gigant bezeichnet die neue Technik als "die wichtigste Entwicklung seit dem 486er Prozessor". Insider sehen das jedoch anders. Auch Intel-Manager Gadi Singer musste jetzt eingestehen, dass der Itanium das Potential der 64-Bit-Architektur nicht voll ausnutzt.

Offensichtlich bringt IA-64 die beste Leistung durch eine Synergie aus Hard- und Software, die dafür sorgt, dass der Prozessor bestimmte Berechnungen nur einmal ausführen muss - danach wiederholen sie sich von allein. Dadurch lässt sich der Datendurchsatz erhöhen, was Datenstaus verhindert.

Genau diese Synergieeffekte lassen sich jedoch erst bei der neuen Intel-CPU - Codename McKinley - realisieren. Und die kommt laut Firmenvertretern erst Ende 2001 auf den Markt.

Mike Feibus, Analyst bei Mercury Research, sieht im Itanium "nicht mehr als den Beweis eines Konzepts für IA-64", das mit dem McKinley Wirklichkeit werde. Intel sei mit dem Itanium zu voreilig gewesen, pflichtet sein Kollege Dean McCarron bei. "Das ist ähnlich wie damals beim Original-Pentium, dem P5", so der Analyst. "Intel wollte einen Markt etablieren, doch der Prozessor taktete anfangs nur mit 60 bis 65 MHz. Erst später, mit dem P-54C, der bis zu 200 MHz schaffte, gelang der Durchbruch."

Marktkenner schätzen, dass Intel mit der Prozessorumgebung IA-64 einen Fuß in den High-End-Server-Markt bekommen will, der vor allem von Suns Betriebssystem Solaris beherrscht wird.

Der McKinley soll wie der Itanium in 0,18-Mikron-Technik gefertigt werden. Mit welchen Taktraten er kommen wird, steht laut Singer noch nicht fest. Anfang 2002 will man auf 0.13-Mikron-Kupferarchitektur umsteigen. Kupfer ist leitfähiger als Aluminium und verursacht weniger Hitze. (PC-WELT, 21.02.2000, sp)

800-MHz-Itanium mit neuem Bus (PC-WELT Online, 09.02.00)

tanium-Chips für Entwickler (PC-WELT, 7.12.99)

64-Bit-Chips: Intel isoliert (PC-WELT, 17.10.99)

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