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Ist Yahoo eine Heimstatt für Phisher?

07.09.2005 | 15:31 Uhr |

Eine Anti-Spam-Organisation behauptet, Yahoo gehe nicht gegen Phishing-Sites auf seinen Servern vor.

Der Web-Dienstleister Yahoo soll nach Anschuldigungen der Anti-Spam-Organisation Spamhaus mehr als 5000 Domains auf seinen Servern haben, die Namensbestandteile wie "paypal", "ebay" oder "bank" aufweisen. Dabei soll es sich laut Spamhaus vorwiegend um Phishing-Sites handeln, also um gefälschte Web-Sites, die eingegebene Login-Daten an Betrüger weiterreichen.

Spamhaus-Manager Richard Cox erhob diese Vorwürfe auf einer britischen Konferenz über Spam, Online-Betrug und Sicherheit, auf der auch Nick Hazell, einer der Direktoren von Yahoo, einen Vortrag hielt. Cox sagte, Yahoo wisse über diese Aktivitäten Bescheid, da Spamhaus jedesmal eine Mail an Yahoo sende, wenn eine zu Yahoo gehörende IP-Adresse in der Spamhaus Block List (SBL) lande. In der SBL, die von Internet-Providern und Administratoren von Mail-Servern genutzt wird, werden IP-Adressen aufgelistet, von denen große Mengen von Spam-Mails ausgehen oder auf die in solchen Mails verwiesen wird.

Yahoo habe bislang, so Cox, in keinem Fall auf diese Mails geantwortet. Man müsse jedoch von großen Internet-Providern erwarten, dass sie die Web-Sites in ihrem Netzwerk auch ohne Aufforderung von außen auf kriminelle Aktivitäten überprüften. Cox nannte AOL und Microsoft als positive Beispiele, die Phishing-Sites umgehend schließen, wenn sie sie entdecken.

Nick Hazell ging auf diese Anschuldigungen nicht ein. Statt seiner erwiderte ein Yahoo-Sprecher darauf, er höre davon zum ersten Mal. Man nehme die Vorwürfe von Spamhaus sehr ernst und werde sie prüfen.

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