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Islamisten nutzen modifizierte Videospiele

06.05.2006 | 14:18 Uhr |

Die Hersteller von Kriegsspielen sind unfreiwillig zum Teil der globalen Propaganda islamistischer Militärgruppierungen geworden, die mit modifizierten Versionen bekannter Spiele Jugendliche anwerben wollen.

Technisch versierte Mitglieder von Al Kaida und ähnlich orientierten Gruppen modifizieren kommerzielle Computer- und Videospiele dahingehend, dass U.S. amerikanische Truppen in die Rolle der zu besiegenden Gegner schlüpfen müssen, die sich mit schwer bewaffneten radikalen Islamisten tödliche Duelle liefern. Dies teilte das Amerikanische Verteidigungsministerium kürzlich dem Kongress mit. Die veränderten Spiele werden anschließend auf den Webseiten der militanten Organisationen angeboten und sollen vor allem Jugendliche vom Guerilla-Kampf begeistern, nachdem sie sich registriert haben.

Dabei würden sich die virtuellen Rekrutierer nicht nur auf bestimmte Titel oder Plattformen beschränken, sondern alle Produkte ihren Bedürfnissen entsprechend anpassen. Auch die Gestaltung der Websites wäre an die jeweiligen Absichten angeglichen. So finden sich hier Fotos von U.S. Soldaten, die irakischen Scharfschützen zum Opfer gefallen sind, genauso wie Videoausschnitte amerikanischer TV-Prediger, die sich abfällig über den Islam äußern. Die Botschaft könne laut Experten demnach nur bedeuten, dass Amerika zum weltweiten Kreuzzug gegen den Islam aufruft, um so die Kontrolle über die Ölvorkommen des Nahen Ostens zu erlangen.

Eines der erst kürzlich modifizierten Computerspiele ist Battlefield 2 von Electronic Arts. Darin können Spieler unterschiedliche Einsätze in China oder dem Mittleren Osten bestreiten. Dank der offenen Struktur des onlinefähigen Teamshooters, hat der Entwickler nur wenig Einfluss auf die Modifikationen der Fangemeinde. Ein dem Verteidigungsministerium gezeigter Trailer eines derartigen Mods zeigte Araber, die sich gegen einmarschierende U.S. Truppen zur Wehr setzten. Unterlegt wurden die Spielszenen mit folgenden Worten: „Ich war noch ein kleiner Junge, als die Ungläubigen mit Blackhawk Hubschraubern in mein Dorf kamen.“. Im Anschluss daran folgt ein Zitat aus Präsident Bushs Rede vom 16. September 2001: „Dieser Kreuzzug, dieser Krieg gegen den Terrorismus, wird lange andauern.“, wobei das Wort „Kreuzzug“ mehrmals wiederholt wird. Derartige Videos und Spiele lassen Kritik an der amerikanischen Spieleindustrie aufkommen, die schon seit langem für soziale Probleme wie z.B. Schießereien an Schulen verantwortlich gemacht wird.

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