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Irrwitziger EU-Plan für volle Kassen: Steuern auf SMS

Die EU plant jede SMS mit 1,5 Cent und jede Email mit 0,00001 Cent zu besteuern.

Noch ist es nur eine Idee, aber die Tatsache, dass in den Kassen der EU-Länder gähnende Leere herrscht besorgt den einfachen Handynutzer. Denn wenn aus der "Schnapsidee" Wirklichkeit wird, zahlen wir bald für jede SMS 1,5 Cent Steuern. Der französische Europaabgeordnete Alain Lamassoure, ein Mitglied von Chiracs Partei UMP, hat mit einer Arbeitsgruppe dieses Steuermodell im Europaparlament in Brüssel vorgeschlagen. Einen schicken Namen haben sie sich auch schon dafür überlegt: die Kommunikationssteuer.

Neben Kurznachrichten sollen nämlich auch noch Mails mit 0,00001 Cent pro Sendung zu Buche schlagen. Eine Frechheit denkt der Bürger - Lamassource sieht es anders: "Die Beträge sind doch Peanuts. Aber denkt man an die Milliarden von Transaktionen täglich, könnte das enorme Einnahmen für die Union bringen." Wieso aber sollten ausgerechnet die Teenager die Finanzprobleme der EU begleichen? Denn sie sind es bekanntlich, die das SMS-Tippen zum Sport erklärt haben.

Zum Glück hatten den Steuer-Plan bereits auch andere Länder und sind alle kläglich an der Umsetzung gescheitert. In Italien etwa stieß der Vorschlag für eine SMS-Steuer auf so heftigen Widerstand, dass er sofort verworfen wurde. Und auch eine globale E-Mail-Steuer war bereits im Gespräch. Sie sollte der UNO Gelder für Entwicklungshilfeprojekte verschaffen. Einziger Haken: die UNO darf gar keine Steuern erheben.

Bleibt also zu hoffen, dass auch Lamassoures Idee wie ein französisches Croissaint im Cafe au Lait zu Brei wird und im Magen verschwindet. Seine Argumente überzeugen jedenfalls nicht: "Der Austausch zwischen den Ländern ist so rasant gewachsen, also würde jeder verstehen, dass das Geld, mit dem die EU finanziert wird, aus den Vorteilen gewonnen wird, die die EU mit sich bringt." Macht keinen Sinn und versteht auch sicher nicht nur der Durchschnittseuropäer, sondern auch der schnöde Landsmann aus Frankreich nicht. Dann doch lieber eine Steuer auf jede Idee, die ein Abgeordneter vorstellt und sich später als Schnapsidee entpuppt! Oder vielleicht eine Atem-Steuer, eine Augenzwinkern-Steuer... die Möglichkeiten sind schier grenzlos.

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