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Iridium könnte Motorola noch teuer zu stehen kommen

27.09.2006 | 12:08 Uhr |

Wenn es dumm läuft für Motorola, dann muss die US-Mobilfunkfirma 3,7 Milliarden Dollar plus Zinsen zurückzahlen, die sie für den Aufbau des Satellitennetzes von Iridium erhalten hatte.

Wer erinnert sich noch an die Iridium-Satellitentelefone mit Antennen in der Größe einer elektrischen Zahnbürste? Die Firma wurde von Motorola initiiert und dann auf eigene Füße gestellt. Nur neun Monate nach dem Start ihres Service im Jahr 1999 ging sie bankrott, nachdem sie gerade einmal zehn Prozent der den Geldgebern versprochenen 213.000 Kunden gewinnen konnte. Ihr fünf Milliarden Dollar Vermögenswerte wurden dann liquidiert und für 25 Millionen Dollar verkauft.

Jetzt wollen die Kreditgeber von Iridium ihr Geld zurück - genauer die 3,7 Milliarden Dollar, die Motorola für den Bau des Satelliten-Netzes für Iridium bekommen hatte. Am 23. Oktober beginnt dazu vor einem US-amerikanischen Konkursgericht in Manhattan eine Verhandlung. In dieser soll festgestellt werden, ob Motorola von vornherein absehen konnte, dass Iridium zum Scheitern verurteilt war und ob es das Ende der Company vielleicht mutwillig hinausgezögert hat.

Die Investoren werfen Motorola vor, es habe im Rahmen des Iridium-Projekts Technologie entwickelt, die es anderswo später lukrativ habe verkaufen können, und das Geschäftsrisiko dafür auf die Iridium-Geldgeber abgewälzt. Iridium hätte aus ihrer Sicht niemals Milliardenbeträge dürfen, obwohl das von Motorola entwickelte Satellitennetz nur einen Bruchteil davon gekostet und Iridium selbst schon längst nicht mehr liquide war.

Auf den Ausgang dieses Verfahrens darf man gespannt sein. Unter anderem deswegen, weil in den vergangenen Wochen einige Hedge-Fonds Iridium-Anleihen aufgekauft haben in der spekulativen Hoffnung, Motorola werde sich entweder außergerichtlich einigen oder verlieren. Wir bleiben für Sie am Ball. (tc)

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