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Iran arbeitet an islamischem Google-Earth-Konkurrenten

12.04.2013 | 05:58 Uhr |

Die iranische Regierung plant den Launch eines „islamischen“ Google-Earth-Konkurrenten.

Der Iran bezeichnet Googles Earth-Service bereits seit längerem als Werkzeug für westliche Geheimdienste. Jetzt gehen die Behörden noch einen Schritt weiter und kündigen einen „islamischen“ Konkurrenz-Dienst an. Basir (Beobachter auf Farsi), so der Name, könnte laut dem iranischen Minister für Informations- und Kommunikationstechnologie, Mohammad Hassan Nami, „innerhalb der nächsten vier Monate“ starten.

Die Entwicklung des Google-Earth-Konkurrenten sei bereits weit vorangeschritten, nun suche man noch nach einem geeigneten Rechenzentrum für Basir, wird Nami von der halb-offiziellen Nachrichtenagentur Mehr zitiert. Nami wurde erst im Februar von Präsident Mahmoud Ahmadinejad zum Technologie-Minister berufen. Mit Basir scheint er sein erstes großes Projekt in diesem Amt zu leiten.

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Genaue Informationen zu Basir stehen bislang noch aus. Laut Nami werde der Dienst jedoch mit islamischen Werten aufgebaut, im Gegensatz zu Google Earth, das dem „ominösen Dreigespann aus USA, England und den Zionisten (eine Referenz zu Israel) gehöre. Experten haben jedoch Zweifel, dass Basir überhaupt jemals starten wird. Wie ein IT-Spezialist, der in der Vergangenheit an iranischen Projekten gearbeitet hat, gegenüber dem Guardian vermutet, habe Basir lediglich dazu gedient, Fördergelder abzugreifen und Arbeitsverträge für die Zukunft zu sichern.

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