20.01.2012, 15:45

Benjamin Schischka

Iran

Zum Tode verurteilt wegen Porno-Webseite

Wegen Webseitenentwicklung zum Tode verurteilt. ©iStockphoto.com/Izvorinka Jankovic

Im Iran wurde ein angeblicher Porno-Webseitenentwickler zum Tode verurteilt. Amnesty International protestiert.
Der 35jährige Webentwickler Saeed Malekpour, Wohnsitz in Kanada, wurde beim Besuch seiner Familie 2008 im Iran verhaftet. Man warf ihm dem Guardian zufolge die Programmierung von Software zum Upload von Pornobildern vor. Malekpour gestand, beteuerte aber später, sein Geständnis unter Folter abgelegt zu haben. Er habe nicht gewusst, dass eine Pornoseite seine Software verwendet habe.
Das höchste Gericht des Irans hat nun die Todesstrafe ausgesprochen. Das Gericht urteilt, dass der Angeklagte „die Unverletzlichkeit des Islams beleidigt habe“ und „Korruption weltweit verbreitet habe“. Ein Menschenrechtsaktivist sprach gegenüber dem Guardian von einem unfairen Prozess. Laut Amnesty International wurden im noch jungen Jahr 2012 schon mindestens 53 Todesurteile im Iran vollstreckt, fünf davon öffentlich.
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