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Iran: Neues Ballerspiel, mit US- und israelischen Soldaten als Gegnern

17.07.2007 | 12:32 Uhr |

Videospiele, in denen arabisch anmutende Gegner vorkommen, sind im Westen nichts Neues. Und mit America´s Army rührt die US-Armee in einem Computerspiel die Werbetrommel für sich. In Iran ist nun seit Montag das Computerspiel „Special Operation 85: Hostage Rescue“ erhältlich. In dem Spiel übernehmen die Spieler die Rolle eines Spezialagenten, der als Geisel genommene iranische Wissenschaftler und Diplomaten befreien muss. Ihm in den Weg stellen sich Soldaten aus den USA und aus Israel.

Das Spiel wurde von „Union of Islamic Students“ entwickelt, einer iranischen Gruppe von ultra-konservativen Studenten. Ein Sprecher der Gruppe betonte, dass das Spiel weder den Terrorismus noch Gewalt verherrliche. Indem der Spieler iranische Geiseln befreie, bringe er seine Hingabe für sein Vaterland zum Ausdruck.

Dementsprechend patriotisch ist auch der Story-Plot gehalten: Ein iranisches Wissenschaftlerpaar wird bei einer Pilgerfahrt von US-Spezialeinheiten gefangen genommen und soll befreit werden. Diese Aufgabe übernimmt der iranische Spezialagent Bahman Nasseri, der sich nach Israel begibt, wo die Wissenschaftler gefangen gehalten werden. In den acht Leveln versuchen sowohl israelische als auch US-Amerikanische Soldaten Nasseri an der Erfüllung seiner Aufgabe zu hindern. Wie von Ego-Shootern gewohnt, kommen auch in „Special Operation 85: Hostage Rescue“ Waffen vor, die alle nach den beim iranischen Militär gängigen Waffen modelliert sind. Das Töten der virtuellen Gegner ist nicht das einzige Ziel, sondern es gilt auch an Informationen zu gelangen, die beispielsweise auf Laptops gespeichert sind. So ganz nebenbei entdeckt Nasseri im israelischen Gefängnis auch noch vier Iraner, die seit dem Bürgerkrieg in Libanon im Jahre 1982 als vermisst galten.

Den Entwicklern zufolge hatte auch Ajatollah Ali Chamenei, der politische und religiöse Führer des Irans, Einfluss auf die Realisierung des Spiels.

Sorgen darüber, dass das Spiel in die Hände von Kindern gerät, macht man sich im Iran nicht. Das Spiel ist nicht zuletzt für diese Zielgruppe gedacht, weil Computerspiele dort so beliebt sind. Entsprechend günstig wird das Spiel auch zum Verkauf angeboten - damit es sich jeder kaufen kann.

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