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Irak: Überleben dank Google Earth

14.02.2007 | 15:52 Uhr |

Google Earth kann Leben retten. Zumindest in Regionen, in denen es tödlich sein kann, wenn man die falsche Straße wählt oder sich verfährt. Deshalb markieren einige Iraker gefährliche Straßen und Viertel auf Karten von Google Earth und stellen diese anderen Nutzern via Internet zur Verfügung.

Im Irak nutzen Aufständische laut englischen Presseberichten Google Earth, um Angriffe auf Lager der Alliierten vorzubereiten ( die PC-WELT berichtete ). Doch es geht auch andersherum: Google Earth kann auch Leben retten, wie die BBC berichtet.

Im Irak kann die Wahl der richtigen Straße zwischen Leben und Tod entscheiden. Das Gleiche lässt sich für bestimmte Stadtviertel sagen. Wie aber sollen Ortsunkundige wissen, welche Wegabschnitte sicher sind und welche nicht? Doch es gibt ja das Internet und Google Earth.

So haben einige Iraker auf Websites Hinweise veröffentlicht, wie und wo man Todesschwadrone, Checkpoints und sonstige bekanntermaßen gefährliche Punkte meiden sollte. Auf diesen Seiten können Iraker Karten ihrer Umgebung hochladen und so allen Interessierten zur Verfügung stellen. Auf den Karten markieren die Ortskundigen die gefährlichen Punkte ihrer Umgebung und zeichnen Fluchtrouten ein. Als Quelle für das Kartenmaterial, das in vielen Fällen Teile von Bagdad zeigt, dient Google Earth .

Wie so oft im Leben hat die Sache aber auch einen Haken: Anscheinend benutzen Killerkommandos ebenfalls das Kartenmaterial von Google Earth, um geeignete Angriffsrouten auszukundschaften. Beispielsweise können so sunnitische Extremisten einen versteckten Weg in schiitische bewohnte Viertel erkunden. Und das gilt natürlich auch umgekehrt, wenn schiitische Terroristen einen Anschlag in einem sunnitischen bewohnten Stadtteil von Bagdad verüben wollen.

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