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Inverssuche: Eigene Nummer sperren lassen

Nur eine Telefonnummer stand in der Verkaufsanzeige für den wertvollen Oldtimer. Mit Absicht hatte der Besitzer keine Adresse angegeben. Über Nacht verschwand das Fahrzeug dann aus der Garage. Was war passiert? Der Dieb hatte bei einer Telefonauskunft per Rückwärtssuche Namen und Adresse des ahnungslosen Verkäufers erfragt. Der Fall ist erfunden, wird aber immer wahrscheinlicher. "Das Missbrauchspotential von Daten, die bei Nennung der Telefonnummer preisgegeben werden, ist noch nicht absehbar", sagt Carola Elbrecht, Telekommunikationsexpertin beim Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin.

"Wer seine Daten schützen will, muss aktiv werden und der so genannten Inverssuche bei seinen Netzbetreibern für Telefon oder Handy widersprechen", rät Elbrecht. Leichter gesagt als getan: Denn wer der Rückwärtssuche nach einem entsprechenden Hinweis durch seinen Telefon- oder Handyanbieter nicht widerspricht, stimmt ihr im Normalfall zu. "Das ist eine Schwäche der Widerspruchsregelung, die schon beim Gesetzgebungsverfahren kritisiert worden ist", erläutert Elbrecht die seit der Änderung des Telekommunikationsdienstegesetzes im Juli 2004 erlaubte Rückwärtssuche. Seit Ende vergangenen Jahres bieten die Telekom-Auskunft, aber auch Konkurrenten wie Telegate die neue Suchfunktion an.

Systematisch hat bisher nur die Telekom ihre Kunden auf die Widerspruchsmöglichkeit hingewiesen. Allerdings auf der Rückseite der Telefonrechnung, versteckt und kleingedruckt, wie Elbrecht kritisiert. Allen, die nicht auf den Hinweis reagiert haben und ihre Daten für die Inverssuche sperren lassen möchten, rät die Verbraucherschützerin, dies jetzt zu tun: "Es ist nie zu spät, und es gibt keine Fristen."

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