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Interview: Mozilla-Chefin Mitchell Baker spricht über Firefox

08.05.2007 | 11:56 Uhr |

Mitchell Baker, die Präsidentin der Mozilla-Corporation (die für die Entwicklung von Firefox und Thunderbird zuständig ist), hat dem australischen APC-Magazin ein Interview gegeben. Darin spricht die Mozilla-CEO unter anderem über die Zukunft von Firefox, beispielsweise über den Einsatz des Browsers auf mobilen Endgeräten. Außerdem gab Baker erste Einblicke in Mozillas Pläne bezüglich erweiterter Grafik- und Video-Funktionalität, mit der man Adobe Flash und Microsoft Silverlight Paroli bieten will. Und sie beantwortet die spannende Frage, woher denn Mozilla.org im Jahr 2005 55 Millionen Dollar bekam.

1998 startete das Mozilla-Projekt als Teil von Netscape. Seit 2003 ist Mozilla ein selbstständiges Non-Profit-Unternehmen. Als Firefox 1.0 auf den Markt kam, beschäftigte das neue Unternehmen gerade einmal um die 15 Mitarbeiter.

Das hat sich mittlerweile geändert, Mozilla.org ist gewachsen und verdient mit Firefox richtig Geld. So zahlt beispielsweise Google dafür, dass Mozilla Googles-Suchfunktion in den Browser integriert hat. Mehrere Millionen Dollar fließen dafür jedes Jahr in Mozillas Kasse. Und Google ist nicht das einzige Unternehmen, das dafür bezahlt, schließlich kann man in Firefox ja jederzeit auch eine andere Suchmaschine auswählen. Alles in allem verdiente Mozilla damit im Jahr 2005 so um die 55 Millionen Dollar, die Zahlen für 2006 liegen noch nicht vor, wie Baker erklärte.

Browser auf mobilen Endgeräten - das ist derzeit ein spannendes Thema für Mozilla. Denn die Firefox-Verantwortlichen wollen Opera & Co. dieses Feld nicht allein überlassen. Bis Mozilla allerdings eine einsatzfähige Version von Firefox für mobile Endgeräte vorstellen wird, werden noch viele Monate vergehen. Mozilla will sich bei der Weiterentwicklung seines Browsers auf seine Kernkompetenzen konzentrieren und nichts überstürzen.

Firefox lässt sich bekanntlich durch eine Fülle von Plug-ins in fast jede denkbare Richtung erweitern (ein Beispiel dafür ist die PC-WELT-Edition von Firefox ). Aber wieso wird der Browser nicht gleich mit einem integrierten Werbe-Blocker ausgeliefert? Verblüffend: Baker weiß auf diese Frage keine Antwort, sie müsste erst ihre Entwickler fragen. Auch denkbar: Möglicherweise will es sich Mozilla einfach nicht mit den Werbetreibenden verscherzen.

In Firefox 3.0 (Codename: Gran Paradiso) hält eine neue Rendering-Engine (Codename: Cairo) Einzug. Damit will Mozilla.org die grafischen Fähigkeiten seines Browsers verbessern und dessen Funktionalität in Richtung Adobe Flash erweitern. Das wird ein Fokus bei der Entwicklung von Firefox 3.0 sein, wie Baker betonte.

Das vollständige, zwölfseitige englischsprachige Interview können Sie auf der Website von APCMag.com nachlesen .

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