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Interview: Microsoft-Chef Ballmer zu Vista, IT-Trends und Microsofts Zukunft

25.04.2007 | 16:00 Uhr |

Microsoft-Chef Steve Ballmer besucht Deutschland. In einem Interview äußerte sich Ballmer zum Start von Vista, zu den Megatrends auf dem IT-Sektor und zum Thema "digital Lifestyle". Außerdem erläutert der impulsive Microsoft-Boss neue Geschäftsmodelle und skizziert, wie er die Zukunft von Microsoft sieht.

Steve Ballmer, CEO der Microsoft Corporation , äußert sich so zum Start von Windows Vista: "Die Markteinführung von Windows Vista war sehr aufregend. Wir mussten etwas Energie aufbringen, um das Produkt fertig zu stellen". Ballmer zufolge hat sich der Kraftakt aber gelohnt, denn es "entstand die mit Abstand beste Version von Windows, die populärste Software, die wir je auf den Markt gebracht haben".

Ballmer zufolge konnte Microsoft 20 Millionen Exemplare von Windows Vista in den ersten 30 Tagen nach der Markteinführung verkaufen. Auf die kritische Nachfrage eines n-tv-Zuschauers, "wo der Nutzen des Produktes liege, angesichts der Tatsache, dass es viele kostenlose Alternativen gibt", antwortet Ballmer allerdings nicht konkret, sondern begnügt sich mit der vor Selbstbewusstsein strotzenden Aussage "letzten Endes möchte ich Ihren Zuschauern sagen, dass es nur eine Wahl gibt, wenn Sie ihren PC bestmöglich ausstatten möchten: Windows Vista". Damit dürfte Ballmer das Blut der Linux-Anhänger zum Kochen bringen.

Play anywhere
Vergrößern Play anywhere
© 2014

Nach Vista äußerte sich Ballmer zu einem Thema aus der Microsoft-Forschung, nämlich zu "Play anywhere": Ein touchscreenartiges Kommunikationssystem, mit dem sich der Anwender mit dem PC austauscht. Ohne Tastatur und PC-Maus, stattdessen beispielsweise gestikulierend auf einer Tischplatte. Microsoft bastelt demnach daran, dass der Computer Dinge erkennen kann. Er reagiert auf die Hände des Menschen und deren Bewegungen.

Für wichtig hält Ballmer in diesem Zusammenhang auch die Steuerung des Computers durch gesprochene Befehle. Und er kann sich vorstellen, dass ein PC seinen Benutzer einmal mit ein paar netten Worten begrüßt - so mancher Science-Fiction-Film lässt grüßen.

Play anywhere
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© 2014

Das digitale Haus mit intelligenten Kühlschränken und autonomen Kaffeemaschinen geistert schon länger durch die Medien. Da überrascht es nicht, dass auch Steve Ballmer sich dazu äußert. Wenn es nach Ballmer geht, sieht die Zukunft in den eigenen vier Wänden folgendermaßen aus: "Morgens gehen Sie in die Küche, um ein Glas Orangensaft oder Milch zu trinken. Sie gehen zum Kühlschrank. Der Kühlschrank verfügt über einen eingebauten Bildschirm. Auf dem Bildschirm sehen Sie einen integrierten Kalender. Sie finden die Wettervorhersage und ihren Terminkalender. Da der Kühlschrank ihre Lieblingsnachrichten kennt, stellt er Nachrichten-Clips bereit; alles ist integriert, direkt auf dem Kühlschrank und steht Ihnen dort zur Verfügung."

Man kann nun trefflich darüber streiten, ob man den Wetterbericht unbedingt am Kühlschrank lesen will, Steve Ballmer scheint dieser Gedanke zumindest zu gefallen. Ebenso wie ihm der Gedanke vom papierlosen Büro fasziniert. Wir erinnern uns: Das papierlose Büro wird uns versprochen, seit es Computer gibt. In der Realität stieg der Papierverbrauch aber eher an, unter anderem dank unzähliger Websites, die man ausdrucken will, um sie besser lesen zu können. Doch Ballmer zeigt sich unbeirrt, er glaubt, dass in "den nächsten zehn Jahren keinerlei Papier mehr im Büro verwendet wird".

Und er glaubt an die Konvergenz zwischen Geräten für ursprünglich unterschiedliche Einsatzzwecke, die alle eins werden. Als Beispiel dafür hat Ballmer den Prototyp eines Ultramobile-PCs zum Interview mitgebracht. Das Gerät läuft mit Windows und besitzt eine winzige Tastatur. Es ist ein vollwertiger Computer im Miniformat, mit dem man auch telefonieren und die Zeitung in digitaler Form lesen kann.

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