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Gebrauchte Software ist für alle Unternehmen interessant

19.09.2008 | 10:01 Uhr |

Es gibt nur eine rechtssichere Methode für die Übertragung von Lizenzen gebrauchter Software, meint Walter Lang, Geschäftsführer des Münchner Händlers U-S-C, im Interview mit der PC-Welt.

PC-Welt: Die Diskussion zum Thema gebrauchte Software wird momentan hauptsächlich von Rechtsfragen geprägt. Was ist Ihre Meinung dazu?
Walter Lang: Juristisch scheint es undurchsichtiger denn je zu sein. Ist es aber nicht. Als potenzieller Käufer von gebrauchter Software muss man wissen, dass es zu jedem Urteil eine spezielle Sachlage gibt. Und nur über diese wurde geurteilt. Das ist auch der Grund, warum viele Urteile scheinbar so völlig unterschiedlich erscheinen.

PC-Welt: Für wen sind gebrauchte Lizenzen überhaupt interessant und auf was ist beim Kauf besonders zu achten?
Lang: Generell ist der Einsatz von gebrauchten Lizenzen für alle Unternehmen interessant, ganz gleich ob es um fünf User geht oder um 5000. Wichtig ist, welche Lizenzform eingesetzt wird und ob eine legale Übertragung durch den Hersteller erfolgt. Auf Grund der verschiedenen Lizenzsegmente von Microsoft wird aber vor allem der kleine Mittelstand bis 500 PCs durch rechtlich sichere Übertragungen im "Open-License"-Bereich profitieren.

PC-Welt: Gibt es noch weitere Vorteile, die mit dem Kauf oder Verkauf gebrauchter Softwarelizenzen verbunden sind?
Lang: Es geht ja nicht nur um Kauf oder Verkauf von Lizenzen. Viele Unternehmen, gerade im kleinen Mittelstand, wissen oft gar nicht, wo sie lizenztechnisch stehen. Falsche Lizenzierung und Wildwuchs bei den Installationen sind an der Tagesordnung. Software Asset Management ist gerade auch im Mittelstand wichtig und oft kann schon für kleines Geld Großes erreichen.

PC-Welt: Welche Software wird am stärksten nachgefragt?
Lang: Der Schwerpunkt liegt mit rund 90 Prozent bei Microsoft-Produkten. Hier ist die ganze Bandbreite von Office bis zu Serverlösungen gefragt. Im Bereich von Einzelplatzpaketen wird auch Autocad und Adobe stark nachgefragt und gehandelt.

PC-Welt: Sie sind früh eine enge Partnerschaft mit führenden Herstellern wie Microsoft eingegangen. Warum?
Lang: Weil für uns immer schon die rechtlich unantastbare Vorgehensweise oberste Priorität war, zum Schutz und Vorteil unserer Kunden. Das zahlt sich heute durch Kundentreue und zahlreiche Wiederholungskäufe aus. Darüber hinaus können wir den Kunden auf Grund unserer Qualifikationen, die wir als Microsoft Gold Partner und Software Asset Management Partner (SAM) nachweisen müssen, über alle Lizenzformen beraten und für ihn die beste Lösung erarbeiten.

PC-Welt: Sie unterscheiden sich dadurch mit Ihrer strategischen Ausrichtung von anderen Anbietern. Welche Unterschiede gibt es noch?
Lang: Jeder Anbieter wirbt mit seinem individuellen Übertragungsmodell, ob Notar-Testat oder ISO-zertifizierter Prozess. Dadurch will man sich gegenüber dem Mitbewerber abgrenzen. In Wahrheit gibt es aber keine unterschiedlichen Modelle. Es gibt nur eines, das rechtlich unantastbar und sicher ist, nämlich das, welches im Einklang mit dem Hersteller ist .

PC-Welt: Wie wird sich der Markt für gebrauchte Software Ihrer Ansicht nach entwickeln und auf was sollten skeptische Anwender achten?
Lang: Gebrauchte Software wird auch in Zukunft eine feste Größe im Softwaremarkt sein und weiter wachsen. Die skeptischen Kunden brauchen keine Angst zu haben. Nicht zuletzt deswegen, weil die Hersteller selbst einsehen, dass es Lizenzen gibt, die zweifelsfrei übertragen werden können.
Der Kunde sollte sorgfältig wählen, wo er kauft. Darum kann man nur jedem empfehlen abzuklären, wo die Lizenz herkommt, ob durch den Hersteller übertragen wird und ob originale Datenträger und nachvollziehbare Produktkeys vorliegen. Vor allem sollen die Kunden aber ihren natürlichen Instinkt einsetzen.

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