Sicherheit

Interpol verhaftet 25 mutmaßliche Anonymous-Hacker

Mittwoch den 29.02.2012 um 10:40 Uhr

von Benjamin Schischka

Festgenommen: 25 mutmaßliche Anonymous-Hacker
Vergrößern Festgenommen: 25 mutmaßliche Anonymous-Hacker
© iStockphoto.com/yuri_arcurs
In einer gemeinsamen Polizeiaktion unter der Leitung von Interpol sind 25 mutmaßliche Anonoymous-Hacker aus vier verschiedenen Ländern festgenommen worden.
Wie die internationale Polizeiorganisation Interpol mitteilt , habe man 25 Personen aus dem Umfeld der Hacker-Gruppe Anonymous festgenommen. Die Festgenommen seien zwischen 17 und 40 Jahre alt und sollen aus vier Ländern in Lateinamerika und Europa stammen.

Der Name der Interpol-Operation: „Operation Unmask“ (Operation Demaskierung). Die Durchführung startete Mitte Februar, verrät Interpol, und verfolgte zunächst eine Serie von Cyberattacken zurück nach Argentinien, Chile, Kolumbien und Spanien. Die Attacken sollen sich gegen das kolumbianische Verteidigungsministerium und Präsidenten-Websites gerichtet haben. Auch das Energieerzeugungsunternehmen Endesa aus Chile und die National-Bibliothek seien angegriffen worden.

„Operation Unmask“ wurde zeitgleich von Polizeikräften in allen vier Ländern ausgeführt. Die Leitung übernahm die Interpol-Abteilung „Latin American Working Group of Experts on Information Technology Crime“. Bei dem Einsatz habe man nach 40 Durchsuchungen in 15 Städten 250 IT-Geräte und Handys beschlagnahmt. Auch Kreditkarten und Bargeld, mit denen illegale Aktivitäten finanziert worden sein sollen, wurden konfisziert.

„Diese Operation zeigt, dass kriminelle Vergehen in der virtuellen Welt Konsequenzen für die Verursacher haben. Das Internet ist kein sichererer Hafen für kriminelle Aktivitäten, egal wo diese stattfinden oder wer die Opfer sind“, sagt der Executive Director of Police Services Interpol, Bernd Rossbach.

Via Twitter äußert sich Anonymous: "TANGO DOWN II 404 Interpol, #Anonymous is not a criminal organization." Der erste Teil des Tweets deutet auf einen Angriff auf die Interpol-Webseite hin, der zweite sagt, dass Anonymous keine kriminelle Organisation sei.

Die Hacker-Vereinigung Anonymous machte in der Vergangenheit immer wieder von sich reden. Meist durch DDoS-Attacken, bei denen Server mit Anfragen bombardiert werden, bis sie unter der Last zusammenbrechen. Erst im Januar spannte Anonymous für solche Attacken zusätzlich Twitter-User ein – teils ohne deren Wissen.

Mittwoch den 29.02.2012 um 10:40 Uhr

von Benjamin Schischka

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