Internetsicherheit als Unterrichtsfach an amerikanischen Schulen

Keine Süßigkeiten von Fremden anzunehmen, bringen Eltern ihren Kindern schon in jungen Jahren bei, aber wie sieht das im Internet aus? Viele Erwachsene sind im Gegensatz zu ihren Sprößlingen in Hinsicht auf die Nutzung des heimischen PCs technisch auf einem niedrigen Wissenstand. Wie sollen Sie die Surfgewohnheiten ihrer Kinder überwachen und für deren Sicherheit im WWW garantieren? In den USA soll ein Schulgesetz Abhilfe schaffen und Jugendliche auf die Gefahren des Internets hinweisen.

In Virginia verabschiedete der Abgeordnete Timothy M. Kaine vergangenen Monat ein Gesetz, welches in öffentlichen Schulen das Lehren von Internet-Sicherheit einführt. Der am 1. Juli in kraft tretende Gesetzestext soll Kinder und Jugendliche auf die in der virtuellen Welt lauernden Gefahren hinweisen. Als fester Bestandteil der Unterrichtspläne soll schon früh der korrekte Umgang mit dem neuen Medium erlernt werden, da sich viele Eltern dieser Verantwortung entziehen oder selbst noch keine Erfahrungen mit dem Internet gemacht haben.

Diese Art des Unterrichts wird schon an vielen amerikanischen Schulen durchgeführt. So entwickelte ein Lehrer-Kollegium in Fairfax beispielsweise einen Leitfaden, welchen die Schüler mit ihren Eltern diskutieren sollten. An der T.C. Williams High School in Alexandria wird jedem Schüler ein eigener Laptop zur Verfügung gestellt, während im Unterricht der korrekten Umgang mit dem Computer gelehrt wird. Um das Internet-Verhalten der Jugendlichen zu prüfen, wurden Lehrer damit beauftragt, deren Surfverhalten zu überwachen. Ob dies eine gerechtfertigte Methode ist, bleibt fragwürdig.

Neben den Schülern sollen auch die Eltern von diesen Unterrichtsmethoden profitieren und ihr Technikverständnis erweitern. So werden beispielsweise in der Bull Run Middle School in Prince William County Kaffeekränzchen oder Abendseminare abgehalten. Dort diskutieren Eltern und Lehrer die “virtuellen” Probleme ihrer Schützlinge. Nicht zu unrecht, denn die Statistiken des National Center for Missing and Exploited Children zeigen, daß ein Fünftel aller Kinder online schon einmal sexuell belästigt wurde.

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (0)
101608