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Amazon und Wal-Mart eröffnen Online-Preisschlacht

25.11.2009 | 08:05 Uhr |

Am kommenden Freitag, dem 27. November, startet der US-Handel in die diesjährige Weihnachtssaison. Während der sogenannte "Black Friday" traditionell ein besonders wichtiger Tag für den stationären Handel ist, beteiligen sich mittlerweile auch zahlreiche Online-Händler an der knallharten Preisschlacht um die Käufergunst.

Bestes Beispiel hierfür ist das Internetversandhaus Amazon , das vom zunehmenden Online-Shopping-Trend profitiert und mit speziellen Dumpig-Angeboten auch etablierte Branchengrößen wie die US- Handelskette Wal-Mart gehörig unter Druck setzt.

Beim aktuellen Preiskrieg geht es aber nicht nur um die Preise von Büchern und DVD-Filmen. Der zwischen Wal-Mart und Amazon herrschende Kampf um potenzielle Kunden ist auch Ausdruck des veränderten Nutzungsverhaltens der Konsumenten, die ihre Weihnachtseinkäufe heute bereits großteils im Web erledigen. "Hier geht es um einen weitaus größeren Krieg", erklärt Fiona Dias, Executive Vice President des US-Handelsdienstleisters GSI Commerce , gegenüber der New York Times. Der stationäre Handel versuche mit allen Mitteln zu verhindern, dass seine Stammkunden künftig noch stärker zur aufstrebenden Online-Konkurrenz abwandern.

Konsumenten schätzen Vorteile des Online-Einkaufs

"Das Erledigen der Weihnachtseinkäufe im Internet, wird immer beliebter. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage kaufen in Österreich bereits 82,7 Prozent aller 30- bis 49-Jährigen Weihnachtsgeschenke im Internet ein. 27,9 Prozent sogar fast alle Weihnachtsgeschenke", bestätigt Burkhard Henn, Geschäftsführer des Online-Marktplatzes ricardo.at, auf Anfrage von pressetext. Ein Einkauf im Web punkte bei den Konsumenten dabei vor allem durch seine Bequemlichkeit, die größere Auswahl und das bessere Preis-Leistungsverhältnis.

Im Vergleich zu den USA mache das Online-Shopping hierzulande aber insgesamt gesehen immer noch einen eher kleinen Teil am Gesamtkuchen des Weihnachtsgeschäfts aus. "Mit der Situation in den Vereinigten Staaten ist das nicht zu vergleichen. Dort ist der E-Commerce-Sektor schon wesentlich weiter entwickelt und es ist höchste Zeit für den stationären Handel, dass der sich Gedanken darüber macht, wie er einem Abdriften seiner Kunden in Richtung Online-Anbieter verhindern kann", betont Henn.

Preiskampf heftiger als sonst

Dass die Preisschlacht zum Start der Weihnachtssaison in diesem Jahr noch heftiger ausfällt als sonst, liegt zum Teil sicher auch an negativen Nachwehen der weltweiten Wirtschaftsflaute. "Die Händler kämpfen um jeden einzelnen Dollar, den die Konsumenten auszugeben bereit sind", schreibt die New York Times. Man wolle schließlich mit aller Kraft verhindern, dass es auch 2009 zu ähnlich starken Umsatzeinbrüchen kommen könnte wie im Vorjahr. Der US-Handelsverband National Retail Federation rechnet dennoch mit einem leichten Rückgang um ein Prozent und prognostiziert Gesamteinnahmen von 437,6 Mrd. Dollar im Weihnachtsgeschäft. (pte)

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