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Internetfähige Sensoren in der Straße melden freie Parkplätze

13.02.2015 | 13:09 Uhr |

Bosch bastelt an der Zukunft des Parkens: Sensoren, die in der Straße verbaut sind, zeigen den vorbei fahrenden Autofahrern freie Parkplätze an. Diese Echtzeit-Parkplatzkarte soll die nervige Parkplatz-Suche deutlich verkürzen.

Bosch hat Lösungen entwickelt, bei denen mit Hilfe von Sensoren Echtzeit-Karten entstehen sollen, die freie Parkplätze anzeigen. Eine Informationsquelle für die Karten sind am Boden installierte Funksensoren. Diese erkennen, ob auf einem Parkplatz ein Auto steht oder nicht. Sie leiten diese Information via Internet weiter. Die freien Parkplätze sollen dann in einer Echtzeit-Karte angezeigt werden.

Die am Boden installierten Funksensoren sind in stabilen, halbrunden Kunststoffgehäusen verbaut. Diese ähneln jenen, die oft zur Markierung von Fahrspuren auf Straßen geklebt werden. Der Funksensor erkennt, ob ein Auto über ihm steht oder nicht. Eine sehr kleine und energiesparende Funkeinheit im Sensor meldet diese Information an einen Empfänger (in etwa vergleichbar mit einem Wireless-Router zuhause), der die Signale von hunderten Sensoren erfassen kann. „Die Zustandsinformationen werden dann über das Internet an eine Datenbank übertragen. Eine Software entwirft daraus nahezu in Echtzeit eine Parkplatzkarte des jeweiligen Gebietes“, sagt Dr. Rolf Nicodemus, Leiter des Projektes Connected Parking bei Bosch. „Das kann je nach Anwendung ein Parkdeck sein, ein Straßenzug oder auch eine ganze Innenstadt.“

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Sind die Sensoren einmal auf dem Erdboden angebracht, können sie laut Bosch mehrere Jahre dort bleiben. Ein aufwändiger Wechsel von Batterien oder gar der Austausch der Sensoren ist demnach nicht notwendig. Die Energieversorgung hält so lange, weil die Sensoren für die Datenübertragung extrem wenig Energie benötigen und über ein fortschrittliches System zum Energiemanagement verfügen. Eine aufwendige und störanfällige Verkabelung entfällt.

Parkplätze erkennen im Vorbeifahren

Für die Parkplatzsuche gibt es aber noch einen zweiten technischen Ansatz: Auch an Parklücken vorbeifahrende Fahrzeuge können laut Bosch freie Plätze melden. Die in vielen modernen Autos für die Einparkhilfe (und manchmal auch für Spurwechsel-Assistenten) verbauten Ultraschallsensoren erfassen Lücken zwischen den am Straßenrand geparkten Fahrzeugen. Da viele Fahrzeuge mittlerweile online sind, können auch diese Informationen über das Internet in eine Datenbank übertragen und in einer Echtzeit-Karte angezeigt werden. Je mehr Autos an diesem System teilnehmen, umso detaillierter und aktueller ist die Karte.

Übertragen aufs Smartphone eines Nutzers oder direkt ins Navigationssystem seines Autos helfen die Echtzeitinformationen dem Fahrer, die oft nervenaufreibende Parkplatzsuche deutlich zu verkürzen, wie Bosch optimistisch verspricht.

Die auf Bosch-Sensoren und Bosch-Software basierende Lösung wird erstmals auf der Bosch ConnectedWorld in Berlin vorgestellt. Das am 17. und 18. Februar 2015 stattfindende internationale Branchentreffen zeigt Lösungen für die vernetze Welt.

MEMS-Sensoren: „Sinnesorgane“ moderner Technik Prinzipdarstellung eines vernetzten MEMS-Sensors. Sensoren für das Internet der Dinge und Dienste. Künftig werden viele Gegenstände ihren Zustand übers Internet melden und neue Funktionen und Geschäftsmodelle ermöglichen, sagt Bosch. Mikroskopisch feine Strukturen im Inneren messen Beschleunigung, Luftdruck, Erdmagnetfeld, Geräusche, Drehraten oder Temperatur. Ausgestattet mit Miniaturbatterie und winziger Funk-Schnittstelle, können sie diese Messdaten via Internet zum Beispiel aufs Smartphone des Nutzers schicken.
Vergrößern MEMS-Sensoren: „Sinnesorgane“ moderner Technik Prinzipdarstellung eines vernetzten MEMS-Sensors. Sensoren für das Internet der Dinge und Dienste. Künftig werden viele Gegenstände ihren Zustand übers Internet melden und neue Funktionen und Geschäftsmodelle ermöglichen, sagt Bosch. Mikroskopisch feine Strukturen im Inneren messen Beschleunigung, Luftdruck, Erdmagnetfeld, Geräusche, Drehraten oder Temperatur. Ausgestattet mit Miniaturbatterie und winziger Funk-Schnittstelle, können sie diese Messdaten via Internet zum Beispiel aufs Smartphone des Nutzers schicken.
© Bosch
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