98462

Internetchaos in China

09.02.2001 | 16:09 Uhr |

Freitag war ein schwarzer Tag für das Internet in China. Zuerst hatten Millionen Chinesen Probleme mit ihrem Internetzugang, weil ein Kabel beschädigt wurde. Und dann machte die Nachricht von Massenentlassung in Internetfirmen die Runde.

Freitag war ein schwarzer Tag für das Internet in China. Zuerst hatten Millionen Chinesen Probleme mit ihrem Internetzugang, weil ein Kabel beschädigt wurde. Und dann machte die Nachricht von Massenentlassung in Internetfirmen die Runde.

Millionen Computernutzer in China hatten am Freitag nur eingeschränkten Zugang zum weltweiten Internet, nachdem ein Unterwasserkabel vor der Küste Schanghais aus noch unbekannten Gründen beschädigt worden war. Dies war die bislang größte Störung des chinesischen Internets, wie ein Funktionär des China Telecom Datenbüros in Peking sagte: "Früher hatten wir schon kleinere Probleme - aber keines war so groß wie dieses".

Die Reparatur des Glasfaserkabels nach Nordamerika nahe der Insel Chongmingdao werde je nach Wetter und Seegang zwei Wochen dauern. Die Internetsurfer in China bekamen am Freitag zwar eine Verbindung ins Netz, konnten meist auch chinesischer Seiten aufrufen, doch bewegte sich die Verbindung zu Seiten im weltweiten Netz meist nicht - den Funktionären der KP dürfte das durchaus recht gewesen sein.

Die zweite Hiobsbotschaft: Chinesische Internetfirmen ziehen angesichts ausbleibender Gewinne die Notbremse und entlassen einen großen Teil ihrer Mitarbeiter. Das berichtete die Zeitung "Shanghai Daily" am Freitag.

Die Ende 1999 gegründete Website Elong.com, eine der führenden Internetfirmen Chinas mit Sitz in Peking, hat nach Informationen der Zeitung der Hälfte ihrer 600 Mitarbeiter gekündigt. In den vergangenen Monaten hatten mehrere junge Internetunternehmen in China wegen enttäuschender Geschäftszahlen ihr Personal bereits deutlich reduziert. Ein Sprecher von Elong habe den Stellenabbau dagegen als eine "natürliche Anpassung" bezeichnet, da die Firma bis Ende des Jahres die Gewinnschwelle erreichen wolle und ihre Strategie ändere.

Zwar ist die Zahl der Internetnutzer in China nach offiziellen Statistiken bis Ende 2000 auf 22,5 Millionen gestiegen und wächst weiter sprunghaft an. Doch hat sich die Hoffnung der chinesischen Internetbranche auf schnelle Gewinne nicht erfüllt. (PC-WELT, 09.02.2001, dpa/ hc)

Kampf den Handys (PC-WELT Online, 19.12.2000)

China schützt geistiges Eigentum (PC-WELT Online, 05.12.2000)

China baut Zensurmaßnahmen aus (PC-WELT Online, 07.11.2000)

Dissidenten fordern Toleranz (PC-WELT Online, 11.08.2000)

China zensiert Internet (PC-WELT Online, 08.08.2000)

0 Kommentare zu diesem Artikel
98462