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Erste arabische Domain-Endungen gestartet

09.05.2010 | 16:03 Uhr |

Die internationale Domainverwaltung ICANN hat die ersten drei länderspezifischen Top-Level-Domains (ccTLDs) in nicht-lateinischen Schriftzeichen freigeschaltet. User in Ägypten, Saudiarabien und den Vereinigten Arabischen Emirate bekommen mit diesen Domain-Endungen erstmals die Möglichkeit, komplette Internetadressen in Arabisch einzugeben. Diesem Meilenstein in der Internationalisierung des Webs dürften bald weitere folgen.

Zwar gab es bereits Internationalized Domain Names (IDN), die beispielsweise arabische, chinesische oder kyrillische Schriftzeichen erlauben. Allerdings kamen bei den Domain-Endungen bislang nur lateinische Buchstaben zum Einsatz wie etwa .eg als ägyptisches Landeskürzel. Mit den jetzt freigeschalteten IDN-ccTLDs ändert sich das, was gerade im Arabischen einen großen Unterschied macht. Denn so können Domainnamen auch tatsächlich als Ganzes problemlos entsprechend arabischem Schriftgebrauch von rechts nach links geschrieben werden.

Das ägyptische Ministerium für Kommunikations- und Informationstechnologie (MCIT) hatte im November angekündigt, dass sich das Land um die erste arabische ccTLDs bewerben wird. Nun zählt Ägypten tatsächlich zu den Vorreitern.

Selbst für Experten etwas überraschend ist, dass nicht gleichzeitig mit den drei arabischen auch eine kyrillische ccTLD freigeschaltet wurde. Denn nach ICANN -Informationen von Ende April hat Russland zeitgleich mit den arabischen Staaten alle notwendigen Bewerbungsschritte abgeschlossen. Also dürften die Russen als nächste Domain-Endungen in Landessprache bekommen. Weitere internationalisierte ccTLDs könnten im Sommer folgen.

Die vorletzte Bewerbungshürde der String Evaluation, eine linguistische und technische Prüfung des gewünschten Kürzels, haben nämlich bereits neun weitere Länder genommen. Dazu zählen neben China und Taiwan beispielsweise Thailand sowie die palästinensischen Autonomiegebiete. Zum Stand einer etwaigen israelischen Bewerbung gibt es seitens der ICANN bislang dagegen keine offiziellen Auskünfte. Das gilt auch im Fall von Indien, Japan und Südkorea.

(pte)

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