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Internet fürs Auto wird Realität

10.01.2001 | 16:34 Uhr |

Wie hat Bayern München gespielt, wie steht der Kurs meiner Aktien, wird es nachher auf der Straße glatt? Die Antwort auf diese Fragen gibt das Internet jetzt auch im Auto. 2001 ist das Jahr, in dem webbasierte Dienste speziell für den Autofahrer nicht mehr nur Versprechung sind, sondern Realität werden sollen, waren sich Branchenbeobachter auf der Autoshow in Detroit einig.

Wie hat Bayern München gespielt, wie steht der Kurs meiner Aktien, wird es nachher auf der Straße glatt? Die Antwort auf diese Fragen gibt das Internet jetzt auch im Auto. 2001 ist das Jahr, in dem webbasierte Dienste speziell für den Autofahrer nicht mehr nur Versprechung sind, sondern Realität werden sollen, waren sich Branchenbeobachter auf der Autoshow in Detroit einig.

Das Surfen wie zum Haus auf dem PC wird dabei allerdings noch nicht möglich sein. "Da spielen schon die Bildschirme im Fahrzeug nicht mit, die höchstens ein Viertel einer Internetseite abbilden würden", sagte Peter Häußermann, Elektronik-Spezialist bei DaimlerChrysler dazu. Also muss ein Service-Provider aus den aktuellen Internetangeboten ein für die Fahrerbedürfnisses maßgeschneidertes Paket liefern. So werden die Informationen beispielsweise in besonders großer Schrift angeboten.

Neben den meisten amerikanischen Autobauern bieten auch Europas Hersteller solche - zum Teil sprachgesteuerten - Dienste an. BMW etwa bietet ab Herbst im neuen Siebener optional einen Internet-Zugang, Fiat stattet zu diesem Zeitpunkt einige Modelle mit Internet-Angebot via WAP-Handy aus.

Mercedes-Benz hat in den USA bereits im vergangenen Jahr Erfahrungen gesammelt. Alle dort angebotenen Fahrzeug werden serienmäßig mit der Möglichkeit angeboten, sich ein individuelles Internet-Angebot über einen Provider zusammenstellen zu lassen. Die Grundgebühr liegt bei 125 Dollar pro Jahr, pro Minute sind dann noch 40 Cent (rund 80 Pfennig) fällig. 90 Prozent aller US-Kunden haben davon bereit Gebrauch gemacht.

Ob das Interesse in Deutschland eben so groß sein wird, weiß bisher noch niemand genau. "Die Bereitschaft der Kunden für diese Dienst zu bezahlen, hält sich bislang eher in Grenzen" sagt Hans-Joachim Schöpf, Vorstand Entwicklung bei Mercedes-Benz nach ersten Erfahrungen mit Telematik-Diensten. Die Stuttgarter bieten ein den US-Angebot vergleichbares Internet-Portal ab 2002 zunächst in den Topmodellen S- und E-Klasse an.

Auch wenn es über die Heftigkeit des Kundenverlangens nach Internet-Angeboten bei den Autobauern noch nicht unbedingt Klarheit gibt, so gehen Experten doch gehen davon aus, dass sich Web-Seiten im Auto bald ebenso schnell durchsetzen werden, wie es beispielsweise Navigationssysteme getan haben. "Man muss es dem Kunden schmackhaft machen, schließlich kann er sich seine persönlichen Seiten wie aus einer Speisekarte bestellen und dies dem Provider über den PC mitteilen, der sie ihm dann in sein Auto liefert," meint Schöpf.

Die Spracherkennungstechnologie und die Qualität der Freisprechanlagen stehen nach Ansicht der Mercedes-Benz-Experten kurz vor einem Quantensprung, so dass dann ins Auto geschickte nicht nur E-Mails nicht nur vorgelesen werden, sondern auch schnell und sicher beantwortet werden können. Und wenn sich dann der neue UMTS-Standard in der Mobiltelephonie durchgesetzt hat, kommen auch die Bilder ins Auto. Selbst das automobile Bildtelefon wird dann für den, der darauf nicht verzichten mag, Realität. (PC-WELT, 10.01.2001, dpa/ pk)

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