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Internet ein Misthaufen?

26.11.2000 | 10:11 Uhr |

Vor einer Überschätzung des Internet hat der Computerkritiker Joseph Weizenbaum gewarnt. "Das Internet ist wie ein riesiger Misthaufen", meinte der Informatiker bei einem Lesekongress in Mainz.

Vor einer Überschätzung des Internet hat der Computerkritiker Joseph Weizenbaum gewarnt. "Das Internet ist wie ein riesiger Misthaufen", meinte der Informatiker bei einem Lesekongress in Mainz.

Im weltweiten Datennetz gebe es aber einige Perlen. Man finde sie aber nur mit der Fähigkeit, gute Fragen zu stellen. Dazu müsse das kritische Denken in den Schulen und Universitäten gefördert werden, so der Wissenschaftler, der am Massachusetts Institute of Technology arbeitet.

Nach Ansicht des Literaturwissenschaftlers Willie van Peer von der Universität München werden die Anforderungen an die Lese- und Schreibfähigkeit in der Informationsgesellschaft weiter zunehmen.

"Das Lesen ist die Schlüsselqualifikation für die Wissensgesellschaft", sagte er. Deshalb sei es nicht nötig, mehr Computer, Bildschirme und Tastaturen in die Schulen zu bringen, vielmehr müsse der Unterricht in Mathematik und in der Muttersprache verbessert werden. "Wir müssen die analytischen Fähigkeiten ausbilden", forderte van Peer.

Der Geschäftsführer der Stiftung Lesen, Heinrich Kreibich, sprach sich dafür aus, bei der Leseförderung auf dem "Multimedia-Klavier" zu spielen. Schöne Bücher und gute Autoren reichten nicht aus, um zum Lesen anzuregen.

Nach Ansicht des Informatikers Wolfgang Wahlster wird die moderne Sprachtechnologie die Bedeutung der Schriftsprache in den nächsten 50 Jahren zurückdrängen.

"Das Lesen wird nicht völlig überflüssig, aber mit der Vorfilterung durch die Sprachtechnologie werden wir weniger Irrelevantes lesen", meinte der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz. (PC-WELT, 26.11.2000, dpa/ mp)

AOL-User lassen sich von Chat-Robot täuschen (PC-WELT Online, 30.08.2000)

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