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Internet bringt Veränderung in den amerikanischen Wahlkampf

Die Wende des amerikanischen Wahlkampfes im Internet wird durch die Kongreßwahlen in diesem Jahr und die Neubesetzung des Weißen Hauses 2008 vorangetrieben. Dafür sind neue Denkansätze verantwortlich, die die Verwendung dieses Mediums bestimmen sollen.

Demokraten und Republikaner verstärken den Einsatz von Wahlmails, Websites und Partei-Blogs, um neue Wähler zu erreichen. Dabei bietet das Internet deutlich effizientere und kostengünstigere Wege, als die traditionellen Wahlkampf-Instrumente wie Telefonanrufe oder Hausbesuche.

Analisten verweisen dabei auf den nachlassenden Einfluß von TV-Kampagnen und befürworten die Möglichkeit, potentielle Wähler durch Internetkampagnen direkt ansprechen zu können. Darunter fallen z.B. Podcasts mit täglichen Nachrichten eines Kandidaten oder sogenannte „viral attack videos“, die über peer-to-peer vertrieben werden sollen und durch die Verwendung von sozialen Netzwerken wie Friendster oder Facebook genau den Kreis möglicher Unterstützer erreichen sollen, der konforme politische Ansichten oder kulturelle Interessen vertritt.

Was amerikanische Parteien und Kandidaten aktuell durchmachen, ähnelt den Veränderungen der Musikindustrie oder im Zeitungsmarkt, die sich den Vorteil des Internets schon lange zu Nutze machen. So stieg der Wert der amerikanischen Wähler, die sich online über die Neuigkeiten der Wahl informieren wollten, von 13% im Jahre 2002 auf 29% im Jahre 2004. Diese Entwicklung wird auch die Planung zukünftiger amerikanischer Wahlkampagnen bestimmen. Die zentralen Fragen dabei sind: Wie kann man die verschiedenen Gruppen der Wählerschaft erreichen, wie bewegt man die Wähler letztlich auch zur Wahl zu gehen und auf welche Weise kann sich ein Kandidat am besten in der virtuellen Öffentlichkeit präsentieren? Eine Schwierigkeit dabei stellt die Tatsache dar, daß sich Politiker schwer tun, sich mit dem Medium zu versöhnen, in dem sie die Inhalte nur schwer kontrollieren können. So hinkte die Politik der digitalen Revolution bisher noch hinterher. Gänzlich verschließen kann sie sich aber nun nicht mehr, wenn sie sich ihrer Wählerschaft annähern will.

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