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Wikipedia fehlen die Autoren

Sonntag den 07.08.2011 um 16:18 Uhr

von Michael Söldner

Bildergalerie öffnen Wikipedia will die Einstiegshürden senken
© wikipedia
Das Online-Lexikon Wikipedia kämpft derzeit mit einem Autoren-Schwund. Die Macher wollen dieser Entwicklung mit einem leichteren Einstieg entgegenwirken.
In den vergangenen Jahren hat sich Wikipedia als kostenlose und verlässliche Online-Enzyklopädie etabliert. Die einzelnen Begriffe und Themen werden nicht von einer einzigen Stelle definiert, sondern können von allen Lesern editiert oder erweitert werden. Doch genau diese Interaktivität führt derzeit zu einem Problem, denn der Autoren-Nachwuchs – und damit auch die Erweiterung der Inhalte – geht kontinuierlich zurück.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat sich auf einer Konferenz in Israel zu dieser Problematik geäußert und auch einen Grund dafür ausgemacht. Zwar seien die meisten Themen des Online-Angebots bereits erschlossen, durch komplexe Richtlinien bei der Bearbeitung der Einträge müssten potenzielle Mitwirker jedoch eine sehr hohe Einstiegshürde überwinden.

Aus diesem Grund wolle man sich künftig vermehrt auf eine Vereinfachung konzentrieren, dabei jedoch den eigenen Qualitätsanspruch beibehalten. Zudem sei ein Teil der früheren Schreiber mittlerweile in einem neuen Lebensabschnitt angekommen, in diesem Fall könnten auch vereinfachte Regularien nicht helfen. Vielmehr käme es darauf an, für Nachwuchs zu sorgen.

Wikipedia gehört zu den fünf meistbesuchten Webseiten der Welt. Mittlerweile stehen rund drei Millionen Einträge zu unterschiedlichsten Themenbereichen auf dem Portal bereit.

Sonntag den 07.08.2011 um 16:18 Uhr

von Michael Söldner

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (6)
  • brzl 16:04 | 08.08.2011

    Wenn ich zu böde oder zu faul bin, um einen Wikipedia-Artikel zu schreiben, kann ich

    Wenn ich zu blöde oder zu faul bin, um einen Wikipedia-Artikel zu schreiben, kann ich immer noch einen Löschantrag stellen

    Wikipedia-Artikel mit Gleichgesinnten zu schreiben, macht riesig Spass. Aber leider geschieht das nur noch sehr selten.

    Bei der Durchsicht der Löschkandidaten stiess ich vor einigen Jahren auf einen Artikel, der durchaus nützlich war. Jemand, der sich für eine höhere Charge bei WP wählen lassen wollte, brauchte für seine Kandidatur noch eine bestimmte Anzahl Löschanträge und hatte deshalb diesen Artikel zum Löschen vorgeschlagen. Eine Anzahl Leute, aus deren Stellungnahme ersichtlich war, dass sie etwas von der Materie verstanden, sprachen sich gegen das Löschen aus. Folglich löschte ein Administrator, der ganz offensichtlich nicht wusste, worum es eigentlich ging den Artikel.

    Ich habe am 29. Juli einen Tippfehler korrigiert. Schon am 8. Juli fand sich ein freundlicher Sichter, der erlaubte dass der Wikipedia-Artikel MIT dem fehlenden "n" publiziert wurde.

    Früher habe ich ab und an etwas für Wikipedia geschrieben, aber all die Blockwarte und Hausmeister, diese überflüssigen Auseinandersetzungen das Streiten über "Relevanz" haben mir die Mitarbeit verleidet. So korrigiere ich eigentlich nur noch Tippfehler und sachliche Fehler.

    Diese albernen Hierarchien um "Sichter", "Administratoren" etc. etc mit ellenlangen Beförderungsbedingungen und pseudodemokratischen Wahlen stossen mich ab. So geht es auch vielen anderen.

    So vertreibt Wikipedia Leute, die einfach gerne Artikel schreiben würden, ohne Zank, ohne Definition der Relevanz etc...

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  • deoroller 11:20 | 08.08.2011

    Hatte man da nicht mal die Idee, ein 2. Wiki zu machen, wo all die Artikel rein kommen, die im 1. nicht angenommen werden?

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  • kalweit 08:45 | 08.08.2011

    Zitat: steppl
    Die Wikipedianer sind schon ein Haufen verschrobener Nerds.


    ...mit einer ordentlichen Egoklatsche.

    Von dem ursprünglichen "spirit", dem Geist des "jeder kann mitmachen" ist nun wirklich garnichts mehr übrig.


    ...es ist halt wie immer: die Revolution frisst ihre Kinder.

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  • steppl 00:17 | 08.08.2011

    Gut, du kanntest den Artikel seines Sohnes ja auch nicht, vielleicht hätte ja mal eine wissenschaftliche Sensation draus werden können.

    Die Wikipedianer sind schon ein Haufen verschrobener Nerds. Von dem ursprünglichen "spirit", dem Geist des "jeder kann mitmachen" ist nun wirklich garnichts mehr übrig.

    Ich habe seinerzeit mal einen Artikel dort neu angefangen, der stand jahrelang so da, wie er heute keine 5 Minuten mehr überleben würde. Erst später wurde er noch von 3,4 Mitautoren so verfeinert, dass er irgendwann das Prädikat "besonders lesenswerter Artikel" bekam, ist hundertfach verlinkt. Der Begriff war bis dahin im Netz und in der realen Welt fast garnicht existent.

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  • Hascheff 21:32 | 07.08.2011

    Tja, ohne deinem Sohn zu nahe treten zu wollen, es ist überall das Gleiche: Masse kontra Klasse.

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