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VoIP von Spammern entdeckt

09.07.2008 | 13:22 Uhr |

Der Trend zur Internet-Telefonie lässt mehr und mehr Benutzer auf VoIP-Technologien umsteigen. Auch Hacker und Spammer wollen von dieser Entwicklung profitieren und leiten ihre Werbebotschaften gezielt in die Netzwerke ein.

Mehr als zehn Millionen Deutsche telefonierten im vergangenen Jahr über das Internet. Im Vergleich zum Vorjahr wurde Voice over IP damit 30 Prozent häufiger genutzt. Auch Hacker und Spammer springen auf diesen Zug auf und nutzen das VoIP-Protokoll für ihre Zwecke. Schon im kommenden Jahrzehnt werden die unter Spam over Internet Telephony (SPIT) zusammengefassten Nachrichten mit den heute schon weit verbreiteten Spam-Mails gleichziehen. Aktuell fehlt es zum Großteil noch an ausgereiften Anti-SPIT- Filtern, die Anwender vor den Spam-Anrufen schützen könnten.

Die Anrufe der unerwünschten Werber erfolgen in der Regel automatisiert und sind damit extrem kostengünstig. In der Zukunft wird diese Nachfrage von Call-Center befriedigt werden, die sich auf derartige VoIP-Anrufe spezialisiert haben. Diese düstere Zukunftsvision zeichnet die Untersuchung „Zukunftsfaktoren 2020“, die von Steria Mummert Consulting , der FutureManagementGroup und Lünendonk erstellt wurde.

In diesem Zusammenhang spricht die Studie weiterhin von Phishing-Anrufen über VoIP, mit denen gezielt Teilnehmerinformationen beschafft werden sollen. Mit gefälschten Anruferdaten und den aktuell noch fehlenden Filtern für manipulierte Anruferkennungen könnte diese Taktik der Hacker durchaus funktionieren. So könnte sich der Anrufer zum Beispiel schon im Display als Bankberater ausgeben und im Anschluss gezielt nach Kontodaten fragen. Wirksame Maßnahmen der Gesetzgeber könnten einmal mehr an den Ländergrenzen scheitern. Wie schon bei Spam-Mails verlassen sich auch VoIP-Spammer auf Server in Übersee. Hier seien die Anbieter von Voice-over-IP Diensten in der Pflicht. Mit eigenen Schutzmaßnahmen könnte der lästigen Telefonwerbung am besten Einhalt geboten werden.

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