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Timberlake erhält Hauptrolle in Facebook-Film

27.09.2009 | 15:45 Uhr |

Die Besetzungliste der Hauptdarsteller für den Film "The Social Network", der sich mit der Gründungsgeschichte der Web-2.0-Plattform Facebook auseinandersetzt, ist komplett.

Jesse Eisenberg wird Unternehmensgründer Mark Zuckerberg spielen, Popstar Justin Timberlake schlüpft in die Rolle des Mitgründers von Napster und Facebook, Sean Parker, und Andrew Garfield wird Eduardo Saverin verkörpern, einen weiteren Mitgründer des mittlerweile rentablen Web-Portals, der das aufstrebende Unternehmen vor einigen Jahren jedoch im Streit verließ. Das Drehbuch für das Drama stammt von Aaron Sorkin, der vor etwa einem Jahr mit den Arbeiten daran begonnen hat. Der Name Sorkin ist US-amerikanischen Fernsehzuschauern vor allem als Autor und Erfinder der Serie "The West Wing" geläufig, für die er viermal mit dem US-Fernsehpreis Emmy ausgezeichnet wurde.

Wie die Zeitschrift Variety in ihrer Online-Ausgabe berichtet, soll die Produktion des Films unter der Federführung der Sony-Tochter Columbia Pictures bereits im nächsten Monat in Boston anlaufen und danach in Los Angeles fortgesetzt werden. Ein Starttermin für die Kinos steht allerdings noch nicht fest. Die Stelle des ausführenden Produzenten konnten die Macher des Films ebenfalls mit einem klingenden Namen besetzen: Kevin Spacey wird zusammen mit einem Team um Scott Rudin, Michael De Luca, Dana Brunetti und Cean Chaffin die Produktion des Films leiten. Nicht minder prominent ist der Regisseur des Streifens, David Fincher, der sich mit "Sieben", "The Game" und "Der seltsame Fall des Benjamin Button" bereits viele Lorbeeren in Hollywood verdient hat. Gerüchten zufolge sollen die drei Hauptdarsteller Eisenberg, Timberlake und Garfield die Wunschbesetzung Finchers gewesen sein, von der er auch nicht abweichen wollte. Durchgesickert ist bislang, dass sich der Plot um den rasanten Aufstieg von Facebook, der im Jahr 2004 an der US-Universität Harvard seinen Anfang genommen hat, drehen soll. Der Film will zeigen, wie der praktisch über Nacht gekommene Erfolg und der schnelle Reichtum das Leben der Protagonisten Zuckerberg, Parker und Saverin veränderte.

Die Filmindustrie setze sich bereits seit den 1990er Jahren mit dem Internet und dessen Auswirkungen auf soziale Beziehungen auseinander, berichtet Film- und Medienwissenschafter Ramón Reichert im Gespräch mit pressetext. Ein Film, der laut Reichert einen regelrechten Boom für die E-Commerce-Branche ausgelöst hat, ist der 1998 mit Tom Hanks und Meg Ryan in den Hauptrollen veröffentlichte Film "e-m@il für dich". "Globale Medienphänomene wie Facebook wirken sich auf den Alltag der Menschen massiv aus, sind aber meistens kurzfristiger Natur. Die Filmindustrie kann diese Phänome natürlich nicht ignorieren und muss schnell darauf reagieren", so der Autor des 2008 bei transcript erschienenen Buchs "Amateure im Netz". Als jüngstes Beispiel dafür, wie die Filmwirtschaft auf globale Medienformate reagiert, nennt Reichert den Oscar-prämierten Film "Slumdog Millionär". "Die Produzenten versuchen hier zweimal die Ernte einzufahren, indem sie ein ohnehin weltweit populäres Format wie die Millionenshow zum Hauptthema des Films machen."

Reichert ist jedenfalls neugierig, wie Regisseur Fincher den Film anlegen wird: "Fincher ist für die Vielschichtigkeit seiner Erzählungen und Handlungsstränge bekannt und hat damit das Erzählkino maßgeblich erneuert. Ich vermute, dass er wie gewohnt mit zeitlichen Ebenen spielen wird und die Story damit narrativ aufzubrechen versucht. Ich bin gespannt darauf, wie er mit der Gründungsgeschichte von Facebook umgeht." (pte)

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