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BitTorrent war kein Goldesel für seine Gründer

08.08.2008 | 13:49 Uhr |

Einige US-Internet-Start-ups und deren Entwickler wie Google mit Larry Page und Sergej Brin oder Facebook mit Mark Zuckerberg haben in den vergangenen Jahren enorme wirtschaftliche Erfolge gefeiert.

Andere, wie etwa Bram Cohen, der Entwickler des bekannten Filesharing-Dienstes BitTorrent , sind in wirtschaftlicher Hinsicht bisher großteils leer ausgegangen. Obwohl das von Cohen entwickelte Programm von Millionen Nutzern auf der ganzen Welt verwendet wird, bleibt der geschäftliche Erfolg bisher aus. Wie Cnet berichtet, musste Cohens Unternehmen sogar erst kürzlich zwölf der insgesamt 55 Mitarbeiter entlassen. Hintergrund ist der gescheiterte Verkauf von BitTorrent an das US-Handelshaus BestBuy. Der mutmaßliche Verkaufspreis von 15 Mio. Dollar zeugt dabei von dem vergleichsweise niedrigen Wert des Internetkonzerns. Google etwa kommt aktuell auf einen geschätzten Marktwert von 150 Mrd. Dollar.

"Aufgrund des großen Wachstums, das der Online-Bereich immer noch verzeichnet, gibt es aus wirtschaftlicher Sicht auch heute noch viele Möglichkeiten für Internet-Start-ups, erfolgreich zu sein", erklärt Stefan Kalteis, zuständig für Strategy & Business Development und Finance bei der Start-up-Facory i5invest http://i5invest.com , im Gespräch mit pressetext. Es komme aber immer darauf an, was man mit einem derartigen Projekt erreichen will. "Meiner Meinung nach ist es generell sehr schwierig, den wirtschaftlichen Erfolg im IT-Bereich abzuschätzen", ergänzt Kalteis. Auch bei Beispielen wie Facebook, die mittlerweile schon einiges Geld verdient hätten, halte sich der Erfolg laut dem Finanzexperten bisher in Grenzen. "Facebook hat viel Geld von Investorenseite bekommen. Aus meiner Sicht ist das Start-up aber derzeit noch weit weg von einem wirtschaftlichen Erfolg", meint Kalteis.

Es sei aber nicht unbedingt Ziel jedes Start-up-Projekts, so viel wie möglich an Umsätzen einzufahren. "Bestes Beispiel hierfür ist Wikipedia, das sicherlich nicht als wirtschaftlicher Erfolg zu bezeichnen ist, aber dennoch ein sehr gutes Projekt darstellt", erläutert Kalteis. Auch im Fall von BitTorrent sehe die Situation ähnlich aus. "Die Betreiber von BitTorrent haben es bislang nicht geschafft, ein geeignetes Geschäftsmodell vorzulegen, das die Basis für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung des Projekts darstellen könnte", stellt Kalteis fest. Obwohl der Filesharing-Dienst mit seinem Angebot einen breiten Bedarf auf Nutzerseite erfülle, halte sich der Erfolg für Cohen und seine Mitarbeiter deshalb eher in Grenzen.

"Heute wird weit weniger Kapital benötigt, um ein Internet-Start-up auf die Beine zu stellen", merkt Kalteis an. Trotz der zunehmenden Versuche der "Big Player" der Branche, sich auch in Nischenbereichen des Internetmarktes zu positionieren, hätten neue Projekte immer noch eine gute Chance auf einen wirtschaftlichen Erfolg. "Als wichtig erscheint mir in diesem Zusammenhang vor allem die Vernetzung untereinander. Wer über die Gründung eines Start-ups nachdenkt, sollte mit möglichst vielen Leuten aus der Branche sprechen und sich auf Partnerschaften einlassen. Zudem sollte man sehr genau auf das Feedback aus der Internet-Community hören und versuchen, auf die Bedürfnisse der Nutzer einzugehen", so Kalteis abschließend. (pte)

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