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Rundumschlag gegen Filmpiraten-Seiten

04.07.2010 | 14:31 Uhr |

US-Behörden haben in einem Rundumschlag neun Filmwebseiten zu Fall gebracht. Wie das Wall Street Journal berichtet, haben die Behörden die Kontrolle über die Domainnamen der Plattformen erlangt.

Alle waren in den USA registriert. Einige liefen über Computer direkt in den USA, der Rest über Deutschland, Tschechien, Niederlande und Großbritannien. Die Seitenbetreiber werden beschuldigt, illegale On-Demand-Angebote von aktuellen Kinofilmen verbreitet zu haben. Auch Geräte wurden beschlagnahmt, hieß es seitens der Immigration and Customs Enforcement Agency ( ICE ). Weitere Details wollen die Behörden derzeit aber nicht bekannt geben, da die Ermittlung noch laufen. So ist auch unklar, ob Personen festgenommen wurden.

John Morton, ICE Assistant Secretary, geht davon aus, dass die über ausländische Server laufenden Seiten unter neuen Adressen wiederkommen werden. Zu den "beschlagnahmten" Plattformen zählen laut Morton unter anderem TVShack.net, Movies-Links.tv und NinjaVideo.net. Anders als in der Vergangenheit standen bei der aktuellen Aktion nicht Downloads, sondern Streams im Visier der Ermittler. Das ist auch nicht überraschend, betrachtet man die deutlich gestiegenen Zahlen bei illegalen Streams. Diese stellen aus Sicht der Rechteinhaber ein immer größeres Problem dar, wie auch die Initiative Respect Copyrights gegenüber pressetext bestätigte.

Häufig finanzieren sich die Streamingseiten über Werbung und bieten dafür kostenlose Angebote für die Nutzer. Im Prinzip gleicht das Modell legalen Seiten wie Hulu - jedoch mit dem Unterschied, dass die Lizenzen für die Filme fehlen und keine Abgaben an die Rechteinhaber bezahlt werden.

Seitens Hollywood wird argumentiert, dass die illegalen Filmseiten eine Bedrohung für die wirtschaftlichen Interessen des Landes bzw. für Arbeitsplätze darstellen. In den USA sind rund 2,5 Mio. Menschen in der Filmbranche tätig. Auch deutsche Rechteinhaber warnten bereits davor, dass die Piraterie Arbeitsplätze in Gefahr bringe. So fordert die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) konkretere Maßnahmen seitens der Politik. "Wir haben in Deutschland Nachholbedarf im Vergleich zu Ländern wie Frankreich oder Großbritannien", sagt GVU-Sprecherin Christine Ehlers gegenüber pressetext. Denn die ISPs seien bisher nicht bereit, mit den Rechteinhabern zusammenzuarbeiten.

(pte)

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