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Internet-Pionier Aaron Swartz begeht Selbstmord (UPDATE)

14.01.2013 | 14:35 Uhr |

Der Internet-Pionier und Hactivist Aaron Swartz hat Selbstmord begangen. Demnächst sollte ein Verfahren gegen Swartz starten, bei dem ihm im Falle einer Verurteilung viele, viele Jahre Gefängnis gedroht hätten.

UPDATE 14.1.2013, 14:25 Uhr: Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat eine Untersuchung angekündigt, während der geklärt werden soll, welche Rolle es in der rechtlichen Auseinandersetzung mit Aaron Swartz gespielt hat, die vermutlich zum Selbstmord des Internet-Pioniers geführt hat. Das kündigte MIT-Präsident L. Rafael Reif an. Die Untersuchung soll ergeben, welche Optionen das MIT hatte und welche Entscheidungen letztendlich getroffen wurden. Swartz soll zwischen September 2010 und Januar 2011 Millionen von Lehr- und Forschungsunterlagen aus dem abo-basierten MIT-Netzwerk JSTOR gestohlen und öffentlich zugänglich gemacht haben, weshalb ihm in nächster Zeit ein Gerichtsverfahren und bis zu 35 Jahre Haft drohten. Hacker der Gruppe Anonymous hatten als Reaktion auf die Meldung über den Selbstmord von Aaron Swartz am Sonntag die Website des MIT attackiert, so dass sie mehrere Stunden nicht erreichbar war.

Der Internet-Pionier und -Aktivist Aaron Swartz hat am vergangenen Freitag in seinem New Yorker Appartement Selbstmord begangen. Swartz wurde nur 26 Jahre alt. Er galt als Programmier-Genie und setzte sich für ein freies und offenes Internet ein.

Swartz spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklung der RSS-Technologie (Really Simple Syndication) und war Mitbegründer von Reddit, des nicht nur in den USA populären Social News Aggregators. Außerdem war Swartz maßgeblich auch in der Entwicklung der Creative Commons Lizenz beteiligt und engagierte sich bei den Kampagnen gegen SOPA und PIPA für ein offenes Internet.

Gegen Swartz sollte demnächst ein Gerichtsverfahren vor einem Gericht in Massachusetts beginnen, bei dem ihm der Diebstahl und die Veröffentlichung von Millionen von Dokumenten aus dem abo-basierenden Dienst JSTOR des Massachusetts Institute of Technology (MIT) vorgeworfen werden sollte (dabei handelt es sich um Lehr- und Forschungsunterlagen). Swartz wollte diese Dokumente einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Im Falle einer Verurteilung hätten Swartz bis zu 35 Jahre Haft und eine Strafe von bis zu 1 Million US-Dollar gedroht.

Auf rememberaaronsw.com haben die Familie und die Freundin ein offizielles Statement zum Tod von Aaron Swartz veröffentlicht. Darin geben sie den am Verfahren beteiligten Staatsanwälten eine Mitschuld an dem Tod von Swartz. Dessen Tod sei nicht nur eine persönliche Tragödie, sondern auch das Produkt eines Justizsystems, das es mit seinen Einschüchterungen zu weit getrieben habe. "Er hat seine ungeheuren Fähigkeiten als Programmierer und Technologie nicht dazu eingesetzt, um sich zu bereichern, sondern um das Internet und die Welt zu einem faireren und besseren Platz zu machen", heißt es in dem Statement.

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