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Peer-to-Peer beschleunigt Multimedia-Suche

01.03.2009 | 15:03 Uhr |

Im Rahmen des europäischen Gemeinschaftsprojekts "SAPIR" (Search on Audio-visual content using Peer-to-peer Information Retrieval) haben Forscher unter Leitung von IBM Research Haifa eine Suchmaschine entwickelt, die Multimedia-Dateien anhand von Beispieldaten statt nur begrifflichen Beschreibungen findet.

Um das mit sinnvoller Geschwindigkeit zu schaffen, setzt SAPIR auf einen dezentralen Suchindex in einem P2P-Netwerk. Auch Forscher des Max-Planck-Institut ( MPI ) Informatik sind am Projekt beteiligt, das auf der kommende Woche stattfindenden CeBIT vorgeführt wird.Aktuelle Suchmaschinen nutzen zum Auffinden von Bildern oder Videos in der Regel sogenannte Meta-Tags. Das sind Begriffe, die den Inhalt der Dateien in Worten beschreiben und im zentralen Index der Suchmaschine erfasst werden. Die Idee hinter der P2P-Suchmaschine SAPIR ist, auch eine Suche mithilfe von Multimedia-Beispielen zu erlauben. Der Anwender kann zum Beispiel eine Melodie summen, um das zugehörige Lied im Netzwerk zu finden, beschreibt das MPI Informatik. Die Suchmaschine analysiert dann das Summen, um anhand der Merkmale der Melodie ähnliche Dateien zu finden. Dieses Suchverfahren funktioniert aber nicht nur für Audio-Inhalte und kann außerdem mit der herkömmlichen Textsuche kombiniert werden, so das MPI Informatik. Denkbar sei zum Beispiel, nach Sehenswürdigkeit nicht nur namentlich, sondern zusätzlich anhand eines Handy-Foto zu suchen.

Die Arbeit mit audio-visuellen Inhalten für den Suchindex ist ressourcenaufwendiger als bei rein textbasierten Suchmaschinen. Um nicht zentrale Server, wie sie von klassischen Suchmaschinen genutzt werden, zu überlasten, setzt SAPIR daher auf einen dezentralen Suchindex in einem P2P-Netzwerk als Alternative. Neben einer flexiblen und stabilen Suche bietet dieser Ansatz zudem einen zweiten Vorteil. Durch die P2P-Architektur verspricht die Indexing-Struktur auch eine beliebige Skalierbarkeit des Systems für verschiedenste Anwendungsbereiche vom Tourismus über das Gesundheitswesen bis hin zum Regierungswesen. Ein Augenmerk der Forscher liegt auch darauf, dass SAPIR für die Nutzung mit mobilen Endgeräten wie Handys geeignet sind.

CeBIT-Besucher werden die Möglichkeit haben, die SAPIR-Suchmaschine am Forschungsstand des Saarlandes auszuprobieren. Als Beispiel dient dabei die Suche mithilfe eines Fotos, um ähnliche Bilder aufzuspüren. (pte)

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