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Online-Tourismus wächst trotz Krise weiter

15.05.2010 | 15:29 Uhr |

Trotz der weltweiten Wirtschaftskrise wächst der Online-Tourismus weiter. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Jahresbericht von Ulysses - Web-Tourismus.

Insgesamt hat die deutsche Tourismuswirtschaft im Vorjahr 45,3 Mrd. Euro umgesetzt. Während der Gesamtbranchen-Umsatz um 2,7 Mrd. Euro (minus 5,6 Prozent) sank, wuchs im gleichen Zeitraum der Online-Umsatz der Tourismusindustrie um drei Prozent auf 18,6 Mrd. Euro. "Der Internet-Tourismus entwickelte sich entgegen der allgemeinen touristischen Situation gut und erwirtschaftet bereits 41 Prozent aller Tourismusumsätze in Deutschland", so Ulysses-Geschäftsführer Dominik Rossmann gegenüber pressetext. 2009 hat sich das Wachstum im Online-Tourismus deutlich abgeschwächt. Die deutschen Reiseveranstalter mussten Umsatzeinbußen von fast vier Prozent im Vergleich zu 2008 hinnehmen. "Dennoch konnte das Internet in der Reisebranche noch zulegen, wenn auch nur leicht", erklärt Rossmann.

Mehr als die Hälfte aller touristischen Leistungen werden inzwischen über den Direktvertrieb an den Endkunden gebracht. "Das stärkste Wachstum ging 2009 von der Hotellerie aus", erklärt der Experte. Der Beherbergungsmarkt zeige sich differenziert, denn Top-Markenhotels hatten mit Umsatzeinbußen im zweistelligen Bereich zu kämpfen, während kleinere Markenhotels und unabhängige Mittelklasse-Hotels deutlich geringere Einbußen verzeichneten.

"Krisengebeutelt gab der Gesamtumsatz der Fluggesellschaften deutlich nach, wodurch - absolut betrachtet - auch die Online-Umsätze der Airlines signifikant betroffen waren", so Rossmann. "Und das, obwohl die Fluggesellschaften quasi ihre Online-Hausaufgaben gut erledigten und ihre Onlinequote sogar weiter ausbauten." Wachstumsstark im Online-Bereich präsentierten sich die Last-Minute-Reisen sowie individualisierte Pauschalreisen - das sogenannte Dynamic Packaging.

"Am häufigsten über alle Branchen wurden wieder - trotz starker Einbußen - die Transportleistungen über das Internet verkauft." Dahinter liegen die Beherbergungsleistungen. "Beide Produkte eignen sich ideal für den Internetvertrieb, da es sich um sogenannte Basisleistungen handelt, aus denen in der Regel Urlaubsreisen im Baukastenprinzip beliebig zusammengestellt werden können", erklärt Rossmann.

Rossmann sieht aufgrund der Wettbewerbsdichte einerseits, und einer gleichzeitig hohen Substituierbarkeit der Produkte andererseits, Werbung als ein wichtiges und zentrales Element, um die Kunden auf das eigene Leistungsangebot aufmerksam zu machen. "Da das Thema Kundenbindung im Tourismus generell eher stiefmütterlich behandelt wird, müssen Kunden quasi jedes Mal neu beworben und gewonnen werden. Das kostet nicht nur viel Geld sondern auch Zeit", so der Experte.

75,9 Prozent aller befragten Unternehmen haben schon einmal kostenpflichtige Online-Werbung eingesetzt, um so ihr eigenes Angebot zu vermarkten. Am häufigsten verwenden Portale kostenpflichtige Internetwerbung. "Je mehr die Portale in Online-Werbung investieren, um Kunden auf ihre Seiten zu locken, desto mehr geraten auch die Veranstalter unter Druck mitzuziehen", so Rossmann. "Befragt man die Tourismuswirtschaft welches Online-Werbemittel das wirksamste ist, zeigen sich die Branchenvertreter einig. Mehr als 70 Prozent sehen das Suchmaschinenmarketing (SEO/ AdWords/ AdSenses) als erfolgreichstes Medium an", so Rossmann. Mit deutlichem Abstand folge dann der Newsletter.

"Allen Prognosen nach wird sich 2010 die gesamtwirtschaftliche Lage erholen, doch wird das kaum zu einer Nachfragesteigerung im Tourismus führen", so Rossmann. "Allenfalls die Reiseziele werden sich wieder etwas verändern und auch die Ausgaben dürften ansteigen." Alle Fakten und Grafiken findet man in der ab Ende Mai 2010 erscheinenden Studie, die erstmalig in sieben einzelne Module unterteilt ist.

(pte)

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