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Online-Portal für Nazi-Opfer

03.11.2007 | 14:13 Uhr |

Das neue Online-Portal des Internationalen Suchdienstes soll Überlebenden der Naziverfolgung sowie ihren Angehörigen die Antragstellung erleichtern und Forschern den Zugriff auf Dokumente ermöglichen.

Mit dem neuen Online-Portal des Internationalen Suchdienstes ( ITS ) sollen die Anliegen der Überlebenden der Verfolgung durch die Nazis und ihren Angehörigen besser wahrgenommen werden. Mit einem Online-Antragsformular erhalten diese fortan schneller Gehör. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres erteilte der ITS bereits 80.000 Antworten auf die Ersuchen der Betroffenen. Zudem besteht die Möglichkeit, Anfragen im Rahmen der Historischen Forschung online zu tätigen.

„Die neue Website ist ein wichtiges Instrument, das unser Bemühen verstärkt, den Opfern der Naziverfolgung und ihren Familien bessere Dienste zu leisten.“, erklärt ITS-Direktor Reto Meister. Eine komplette Öffnung der Archive stehe weiterhin für die nahe Zukunft an. Schon jetzt können Medien und auch die allgemeine Öffentlichkeit auf Teile des Archivs zugreifen und sich über Neuigkeiten und Hintergründe des Angebots informieren. Das Online-Portal ist in deutscher und englischer Sprache verfügbar. Eine Übersetzung ins Französische werde in Kürze fertig gestellt sein.

Der Internationale Suchdienst in Bad Arolsen besitzt das größte NS-Opferarchiv der Welt und dokumentiert die Schicksale der Opfer der Naziverfolgung. Die Archivräume beherbergen 26.000 laufende Meter an Dokumentenmaterial und über 50 Millionen Hinweiskarten für über 17,5 Millionen Personen. Darunter befinden sich Inhaftierte, Zwangsarbeiter und Kinder, die in der Zeit des Zweiten Weltkrieges und den Jahren danach von den Nationalsozialisten ausgebeutet, verfolgt oder getötet wurden.

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