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Nvidia attackiert Intel mit Spott-Cartoons

07.11.2009 | 15:45 Uhr |

Nvidia hat zum Cartoon-Spottangriff auf Intel angesetzt. Auf der Webseite "Intel's Insides" finden sich satirische Karikaturen, die recht deutlich dubiose Machenschaften beim Chipgiganten implizieren.

Die Satire-Attacke kommt zu einer Zeit, in der Nvidia nicht nur Groll gegen Intel hegen dürfte, sondern möglicherweise auch zur Prozessor-Attacke ansetzt. 'Wir denken, dass Nvidia ins x86-CPU-Geschäft einsteigen könnte", so die Einschätzung von Doug Freedman, Analyst bei der Investmentbank Broadpoint AmTech. Hintergrund dafür ist laut dem Fachblatt EE Times auch, dass Nvidia Entwickler des im Sommer eingegangenen Chipherstellers Transmeta eingestellt hat. Jedenfalls steht Nvidia seit Frühjahr im Chipset-Streit mit Intel und ist wohl allein deshalb nicht sehr gut auf den Branchenriesen zu sprechen.

Intel's Insides ist laut Webseite als "Parodie auf Ereignisse in der Halbleiterindustrie" gedacht. Der Schwerpunkt liegt dabei klar auf Intel und Firmen-CEO Paul Otellini. Dieser wurde unter anderem schon als Mafia-Pate dargestellt. Eine Karikatur, in der Otellini beteuert, keine "Bestechungs-, Zwangs- oder Schmiergeldbeziehungen zur Computerindustire gehabt zu haben, wiederum erinnert sehr an Ex-Präsident Bill Clinton. Seine ursprüngliche Beteuerung, keine sexuelle Beziehung mit Monica Lewinsky gehabt zu haben, hat sich als falsch erwiesen.

Eine derartige Nvidia-Attacke auf Intel ist nicht wirklich verwunderlich, herrscht doch dicke Luft zwischen den beiden Chipriesen. Denn im Februar dieses Jahres hat Intel eine Klage eingereicht, die Nvidia an der Fertigung von Chipsets für Nehalem-Prozessoren hindern soll. Rund einen Monat später kam die Retourkutsche in Form einer Gegenklage, die unter anderem Intels Lizenzrechte an Nvidia-Technologie terminieren soll. Für noch größere Spannungen könnte sorgen, falls Nvidia auch noch im Bereich x86-Prozessoren zum direkten Konkurrenten für Intel wird. Genau daran glaubt Freedman, was offenbar auch mit den bestehenden Differenzen in Zusammenhang steht. "Nvidia könnte aus Notwendigkeit zum x86-CPU-Anbieter werden, um seine Grafikprozessor- und Chipseteinnahmen zu erhalten", so der Analyst.

x86-Gerüchte rund um Nvidia gab es schon häufiger. Im März 2008 beispielsweise wurde über eine Übernahme von VIA Technologies spekuliert. "Wir glauben, dass intern entwickelte x86-Lösungen wahrscheinlicher sind als externe Übernahmen", meint aber aktuell Freedman. Nach Broadpoint-AmTech-Einschätzung habe Nvidia bereits in großem Umfang ehemaliges Transmeta-Personal eingestellt. (pte)

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