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Musikbranche beklagt weiterhin die Krise

02.05.2010 | 14:09 Uhr |

Die Musikindustrie befindet sich weltweit weiter auf Talfahrt. Das geht aus dem Bericht des Weltverband der Phonoindustrie IFPI hervor.

Der Gesamtumsatz fiel im Vorjahr um sieben Prozent auf nunmehr 17 Mrd. US-Dollar. Der Rückgang gehen vor allem auf das Konto der einbrechenden Verkaufe in den USA und Japan, ohne denen der Einbruch nur 3,2 Prozent betragen würde. Auch in Deutschland sanken die Gesamtumsätze um drei Prozent auf 1,1 Mrd. Euro, in Österreich um 1,6 Prozent. Der Stolperstrick der Branche ist weiterhin die florierende Musikpiraterie. In Spanien, wo illegales Filesharing mehr als doppelt so beliebt ist wie im restlichen Europa, betrug der Rückgang im Vorjahr 14,3 Prozent und seit 1999 sogar 60 Prozent. Laut aktuellen Schätzungen könnten bis 2015 allein in Europa 1,2 Mio. Arbeitsplätze im Kreativsektor verloren gehen, wenn keine wirksamen Maßnahmen gegen Piraterie gefunden werden.

Während in Europa der illegale Download von Liedern und Alben verbreitet ist, dominiert in Asien der Verkauf von physischen Raubkopien, der längst Ausmaße eines Industriezweiges angenommen hat. Dass sich Verbesserungen der Regelungen gegen illegal vertriebene Musik direkt auf den Verkauf auswirken, zeigen die Beispiele Schweden und Südkorea: Beide Länder haben ihre Gesetze im Vorjahr verschärft und verzeichnen eine positive Entwicklung des Gesamtverkaufs.

In den 13 Ländern, in denen der Musikmarkt wuchs, gelang dies teils dank der Steigerungen bei der Digitalmusik, die im Vorjahr insgesamt um 9,2 Prozent auf 4,3 Mrd. Dollar zulegen konnte. In zahlreichen Märkten boomte dieser Zweig regelrecht. So wuchsen etwa in Österreich, Dänemark, Finnland, Schweden und England die Umsätze mit digital vertriebener Musik rund 40 Prozent. Ein Viertel des weltweiten Gesamtumsatzes stammt nun bereits aus dem digitalen Sektor, wobei dieser Anteil den USA schon 43 Prozent beträgt.

Thomas Böhm, Sprecher von IFPI Österreich , sieht den Digitalmarkt als Hoffnung für die Branche. "Die deutlichen Zuwächse in diesem Sektor sind vor allem auf das gestiegene Angebot zurückzuführen", so Böhm gegenüber pressetext. Von den knapp 16 Mio. Euro, die die digitale Musik in Österreich im Vorjahr hereingespielt hat, stammen zwölf Mio. aus Internetdownloads und vier Mio. von Handymusik. "Allerdings schlägt sich auch die CD weiter gut und darf auch in Zukunft nicht unterschätzt werden", so der Experte.

Der in der Castingshow "Britain's Got Talent" berühmt gewordene Hobbysängerin Susan Boyle gelang es, ihr Debutalbum "I dreamed a dream" 8,3 Mio. mal zu verkaufen, was den weltweiten Jahresrekord bedeutet. Dahinter rangieren Alben der Black Eyed Peas und von Michael Jackson, der in seinem Todesjahr drei Alben in die weltweiten Top Ten brachte, sowie Taylor Swift und Lady Gaga.

(pte)

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