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Internet-Kriminelle werden immer trickreicher

21.07.2005 | 14:44 Uhr |

Der Rückblick auf das erste Halbjahr zeigt, welche Methoden Online-Kriminelle inzwischen anwenden.

In seiner Halbjahresbilanz der Virentrends stellt der Antivirus-Hersteller F-Secure eine gewisse Entspannung im Bereich Viren und Würmer fest. Zugleich stiegen in diesem Zeitraum die Zahlen bei Bots und Trojanischen Pferden stark an. Sie werden zum Teil recht gezielt eingesetzt. Die Spam-Flut steigt weiter. F-Secure gibt an, dass inzwischen 85 Prozent aller Mails Spam sind.

Die Zahl der größeren Viren-Ausbrüche ist gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte gesunken. Zugleich stiegen die absoluten Zahlen bekannter Viren und Würmer in den letzten zwei Jahren um 40 Prozent pro Jahr.

Phishing und Pharming sind im Zusammenhang mit Trojanischen Pferden und Bots zu sehen. Die Täter setzen immer neue Varianten dieser Schädlinge ein, um jeweils einige Tausend Rechner unter ihre Kontrolle zu bringen. Diese Computer werden dann für Spam-Kampagnen sowie Phishing-Angriffe genutzt. Sie dienen vorübergehend als Web-Server, Mail-Verteiler oder als Angriffsdrohne in verteilten Attacken auf IT-Systeme.

Ebenfalls auf der Suche nach den Zugangsdaten von Bankkunden sind darauf spezialisierte Trojanische Pferde. Sie überwachen zum Beispiel den Browser, werten die besuchten Web-Adressen aus und bei den Web-Seiten von Banken protokollieren sie die Eingaben mit. Die Protokolle werden dann per Mail, Instant Messenger oder IRC an die Täter übermittelt.

Eine buchstäbliche Geiselnahme von Dateien versucht ein als "PGPCoder" oder "Gpcode" bezeichneter Schädling. Er verschlüsselt Dateien auf der Festplatte des befallenen PC und dessen Besitzer sieht sich dann mit Lösegeldforderungen konfrontiert. Die eingesetzte Verschlüsselung ist jedoch so primitiv, dass Antivirus-Programme die Dateien wieder dechiffrieren können.

Mobile Endgeräte wie Handy und PDA werden immer leistungsfähiger und sind mittlerweile zur neuen Spielwiese ambitionierter Virenprogramierer geworden. Über MMS (Multimedia-Mitteilungen) und unzureichend abgesicherte Bluetooth-Schnittstellen sollen sie sich ausbreiten. Trotz der vergleichsweise sehr geringen Zahl von Geräten, die für solche Schädlinge empfänglich sind, tauchen einzelne Schädlinge immer wieder mal in Ländern auf fast dem gesamten Globus auf. Allerdings sollte die aktuelle Gefahrensituation in diesem Bereich nicht überbewertet werden.

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