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Internet-Kollaps möglich

27.07.2000 | 21:07 Uhr |

Das Internet ist durch seine Struktur äußerst anfällig für organisierte Hackerattacken. Informationen der Associated Press zufolge hat eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der University of Notre Dame ergeben, dass gezielte Angriffe auf die Hauptknotenpunkte (Network Access Points) zum Kollaps des gesamten Netzes führen können.

Das Internet ist durch seine Struktur äußerst anfällig für organisierte Hackerattacken. Informationen der Associated Press zufolge hat eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der University of Notre Dame ergeben, dass gezielte Angriffe auf die Hauptknotenpunkte (Network Access Points) zum Kollaps des gesamten Netzes führen können.

Die US-Forscher vergleichen einen solchen Kollaps mit dem Ausfall von US-Schlüsselflughafen, die den kompletten Flugverkehr lahmlegen können. Legt man einige der Network Access Points lahm, kann man das komplette Netz zum Zusammenbruch bringen, erklärte Albert-Laszlo Barabasi, Physiker und Co-Autor der Studie. Durch den Ausfall der stark verknüpften Knotenpunkte kann das System in einzelne Cluster aufgesplittert werden, die dann nicht mehr miteinander kommunizieren können, so Barabasi.

Die Network Access Points fungieren als Schnittstellen, an denen der Datenaustausch der großen Internet Service Provider stattfindet. Diese Knotenpunkte sind über die ganze Welt verteilt und im allgemeinen gut gesichert.

Übermittelte Daten vaon Websites oder wie Mails durchlaufen während der Übertragung zum Bestimmungsort zahlreiche zufällig gewählte Knotenpunkte (Random Router). Fällt einer der Zufalls-Router aus, suchen sich die übertragenen Informationen alternative Wege.

Das Netz kann Ausfälle einiger Random-Router verkraften, da diese in der Regel nicht sonderlich stark verlinkt sind, erklärte Barabasi. Wenn aber einige der stark verknüpften Network Access Points ausfallen, sind die Probleme sehr groß.

Ein Ausfall von nur einem Prozent der Network Access Points würde der Studie zufolge zu einer Verringerung der durchschnittlichen Netz-Kapazität um den Faktor zwei führen. Werden vier Prozent lahmgelegt, wäre das Internet zerstückelt und unbrauchbar.

"Die Studie weist eigentlich auf nichts Neues hin", erklärte Jim Jones, technischer Direktor bei Global Integrity Corp. "Sie macht nur mal wieder bewusst, dass jemand, der die Absicht und das Geld haben sollte, das Netz durchaus lahmlegen kann." (PC-WELT, 27.07.2000, jas)

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