575622

HD-Videos zwingen Web-Infrastruktur in die Knie

09.09.2010 | 09:25 Uhr |

Die Nutzung des Internets als Alltagsmedium und die zunehmende Verbreitung von hochauflösenden Online-Videos stellen die bestehende Web-Infrastruktur vor eine enorme Belastungsprobe.

Gleichzeitig wird auch die Erwartungshaltung der User hinsichtlich Datenrate, Netzabdeckung und Stabilität immer höher. Um einen Ausweg aus dieser Zwickmühle zu finden, haben britische Forscher nun einen neuartigen technologischen Ansatz präsentiert, der gestörte Lichtsignale von Glasfaserleitung gewissermaßen "wiederbeleben" und somit auch bei anspruchsvollen HD-Videostreams eine perfekte flüssige Wiedergabe garantieren kann.

"Normalerweise werden Daten als eine Reihe von On-Off-Lichtimpulsen versendet, wobei jeder Impuls ein einzelnes Bit an Information verschlüsselt", erklärt David Richardson, Debuty Director des Obtoelectronic Research Centre an der University of Southampton, gegenüber dem NewScientist. Bei dem von ihm entwickelten Ansatz, der bislang nur im Labor existiert, wird der Intensitätslevel des Lichts kontrolliert manipuliert. "Dieser Eingriff hat zur Folge, dass ein einzelner Lichtstrahl um ein Vielfaches mehr Daten befördern kann", erläutert Richardson.

Technologie von übermorgen

"Wir haben es hier mit einem Ansatz für eine Glasfaser-Übertragungstechnologie der übernächsten Generation zu tun", stellt Andreas Wildberger, Generalsekretär der Internet Service Provider Austria ( ISPA ) klar. Probleme wie lästige Unterbrechungen beim Betrachten von Online-Streamingvideos sollten eigentlich schon heute, spätestens aber mit der nächsten Generation der Netzinfrastruktur - wie etwa dem Ausbau von Glasfaserleitungen - behoben sein. "Die Entwicklung zeigt recht deutlich in Richtung Glasfaserausbau", so Wildberger.

Dämpfungsproblem bei Glasfaserleitungen

Doch auch die vielversprechende Glasfasertechnologie hat mit einem gewichtigen Problem zu kämpfen: "Die eingesetzten Lichtsignale werden durch die Interaktion mit dem Fiberglas teilweise gestört", schildert Richardson das Phänomen, das in Expertenkreisen als "Attenuation" bezeichnet wird. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, hat der Forscher ein Verfahren entwickelt, das zusätzlich zum Original-Lichtstrahl auf zwei weitere optische Signale - ein höher- und ein niederfrequenteres - setzt. Diese dienen als eine Art Backup-Schutz und erlauben bei Unterbrechungen eine Rekonstruktion des ursprünglichen störungsfreien Datensignals.

(pte)

0 Kommentare zu diesem Artikel
575622