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Internet-Firmen droht die Pleite

04.12.2000 | 16:46 Uhr |

Fast jedem zweiten Unternehmen im Bereich Internet-Dienstleistungen und Biotechnologie am Neuen Markt drohen Liquiditätsprobleme. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die die private Universität Witten-Herdecke erstellt hat.

Fast jedem zweiten Unternehmen im Bereich Internet-Dienstleistungen und Biotechnologie am Neuen Markt drohen Liquiditätsprobleme. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die die private Universität Witten-Herdecke für die Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" erstellt hat. Die Zeitung hob am Montag hervor, dass die Studie keine "Todesliste" sei. Unternehmensnamen werden nicht genannt.

Insgesamt untersuchte die Universität 68 Unternehmen, die per 31. Juli 2000 am Neuen Markt in den Branchenindizes Internet und Biotechnologie notiert waren. Online-Dienstleister schneiden am schlechtesten ab. Eine bessere Beurteilung erhalten Unternehmen aus der Biotechnologie-Branche.

Insgesamt sind 46 Prozent der untersuchten Firmen stark gefährdet - gemessen an ihrer Liquiditätssituation und der Möglichkeit, neues Kapital am Aktienmarkt zu beschaffen.

Die Studie zeigt auch, dass die so genannten Internet-Enabler, die Werkzeuge und Infrastruktur für die Online-Dienstleister liefern, im Vergleich zu den Dienstleistern schlechtere Noten bekommen.

Bei den Internet-Dienstleistern gelten 16 der insgesamt 30 untersuchten Firmen als stark gefährdet. Weitere 14 Unternehmen aus dieser Gruppe kommen aus dem Bereich der Internet-Enabler. Bei den Biotechnologie-Werten sieht das Ergebnis besser aus: Nur ein Wert wird als stark gefährdet eingestuft.

Die Studie belege, dass die Biotechnologie-Werte bei den Anlegern im Gegensatz zu den Internet-Werten immer noch beliebt seien, schrieb die Zeitung. Das zeige auch die Entwicklung des Branchenindex Biotechnologie.

Seit Jahresbeginn stieg er trotz der Turbulenzen am Neuen Markt um 77 Prozent. Den Einbruch im März hatte er mit einem Minus von 38 Prozent recht gut verarbeitet. Dramatischer verlief die Entwicklung bei den Internet-Werten. Der Branchenindex hatte seit Jahresbeginn 61 Prozent eingebüßt, seit dem Hoch im März sogar 79 Prozent. (PC-WELT, 04.12.2000, dpa/ mp)

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