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Erster Spezifikationsentwurf für 3D-Grafik im Web

12.12.2009 | 15:09 Uhr |

Die Khronos Group hat einen ersten Spezifikationsentwurf für WebGL veröffentlicht. Damit nimmt der Standard, der Hardware-beschleunigte 3D-Grafik im Browser ganz ohne Plug-ins verspricht, immer konkretere Gestalt an.

Unterstützung gibt es dabei von allen wichtigen Browserherstellern mit einer Ausnahme - Microsoft. Durch die Veröffentlichung des Entwurfs hofft man auf eine verstärkte Beteiligung von Entwicklern, um WebGL weiter voran zu bringen. "Die Teilnahme der Webcommunity ist essenziell, um die Spezifikation zu finalisieren", betont Arun Ranganathan, Leiter der WebGL-Arbeitsgruppe und Technologieevangelist bei Mozilla, im Mozilla-Hacks-Blog. Bereits im ersten Quartal 2010 soll der fertige Standard stehen. Mozilla selbst hat schon im September WebGL in erste Nightly Builds von Firefox integriert. Google bietet seinerseits bereits WebGL-fähige Vorabversionen von Chrome und dank Implementationen für die WebKit-Engine könnte Safari bald WebGL-fähig werden. Apple, dessen Unterstützung ursprünglich unklar war, ist mittlerweile auch definitiv Teil der WebGL-Arbeitsgruppe, ebenso wie der norwegische Browseranbieter Opera.

Auch das Interesse der Entwicklercommunity erscheint groß, denn es sind bereits diverse Demonstrationen zu webGL aufgetaucht. Dazu zählen etwa Eschereske 3D-Effekte oder die Animation eines menschlichen Skelettmodells durch Forscher am kanadischen Seneca College. Martin Weusten http://www.martin-weusten.de , Informatikstudent an der RWTH Aachen wiederum arbeitet daran, einen Browser-Klon des Strategiespiels Konquest auf Basis von WebGL zu realisieren. Nach wie vor nicht im WebGL-Projekt involviert ist freilich Microsoft. Somit bleibt zweifelhaft, ob auch der Browser-Weltmarktführer Internet Explorer je den offenen Standard unterstützen wird. Immerhin basiert WebGL dem Spezifikationsentwurf zufolge auf OpenGL ES 2.0 und somit einem Konkurrenten für Microsofts eigene Hardwarebeschleunigungs-Technologie Open3D. Somit ist eine erneute Fragmentierung des Webs in Sachen Browser-3D nicht auszuschließen.

Ein potenzieller Kompromissvorschlag wurde allerdings bereits vor einiger Zeit von Mozilla-Entwicklern wie Vladimir Vukicevic in den Raum gestellt. Demnach könnte WebGL als Schnittstelle letztendlich sowohl mit OpenGL aus auch Direct3D als darunter liegender Beschleunigungstechnologie arbeiten. Allerdings würde dies das Problem nicht lösen, dass der IE bislang auch in Sachen HTML 5 hinterherhinkt und das für WebGL benötigte Element Canvas bislang nicht unterstützt.

(pte)

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