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Deutsche stürzen sich auf .at-Domains

10.04.2010 | 15:56 Uhr |

Auf der Domainhandelsplattform Sedo konnten im Jahr 2009 .at-Domains mit 42 Prozent den größten Wertzuwachs erzielen. Das dürfte nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass gerade Deutsche gerne auf österreichische Domains ausweichen, meint Matthias Meyer-Schönherr, Director Business Development bei Sedo, im Pressegespräch. ".at gilt als eine sehr seriöse Top-Level-Domain, die mit viel Sicherheit verbunden ist", erklärt er auf Nachfrage von pressetext.

Angesichts dieser Entwicklung ist es nicht verwunderlich, dass der Domainhandel auf dem Sekundärmarkt ein Schwerpunkt des ersten .at-Reports bildet, der von der österreichischen Domainregistrierungsstelle nic.at herausgegeben wird. Er soll in Hinkunft dreimal jährlich über die neuesten Entwicklungen rund um Domains und speziell die .at-Zone informieren.

Das Image des Domainhandels hat über die Jahre nicht zuletzt unter dem Phänomen des Domain-Grabbings gelitten. "Der Domain-Sekundärmarkt ist mittlerweile seriös geworden", betont aber nun nic.at-Geschäftsführer Richard Wein. Ein Beispiel dafür ist die Handelsplattform Sedo , die unter anderem mit Blacklists gegen den Handel markenrechtlich bedenklicher Domains vorgeht. 2009 wurde auf Sedo mit 38.675 Käufen und Verkäufen ein Handelsvolumen von knapp 55 Mio. Euro erzielt. Am meisten und teuersten werden .com-Domains gehandelt, wobei fly.com mit 1,6 Mio. Dollar den Rekordpreis erzielt hat.

.at-Domains sind deutlich billiger, kam der Spitzenreiter pizzeria.at doch nur auf 17.000 Euro. Allerdings haben die österreichischen Domains im Preis am deutlichsten zugelegt. "Ihr Wert hat sich gegenüber dem Jahr 2008 im Durchschnitt um 459 Euro erhöht", betont Wein. Dabei dürfte .at davon profitieren, dass Deutschland im Internet schon sehr dicht besiedelt und .de eines der begehrtestes Länderkürzel ist. Unter .at gibt es noch eher attraktive Domain-Schnäppchen. Rund jede fünfte .at-Domain gehört laut nic.at deutschen Staatsbürgern, Unternehmen oder Organisationen.

Für Ende 2010 oder Anfang 2011 wird endlich der Start der Vergabe neuer Top-Level-Domains (TLDs) durch die oberste Domainverwaltung ICANN erwartet. Neue Domain-Endungen wie .berlin, .paris, .nyc oder auch .tirol und .wien könnten dann zu hunderten auftauchen und Domain-Investoren mit der Chance auf günstige Erstregistrierungen locken.

"Wir sehen das nicht als Bedrohung, sondern auf Dauer als zusätzliches Volumen", meint aber Meyer-Schönherr. Negative Auswirkungen auf den Wert existierender Domains befürchtet er ebenso wenig wie Wein. "Wie bei Immobilien könnte bestehendes Land noch wertvoller werden, weil es die bessere Lage bietet", sagt der Sedo-Vertreter. Es bleibe abzuwarten, ob die neuen TLDs wirklich einschlagen oder wie beispielsweise die Reise-TLD .travel in relativer Bedeutungslosigkeit versinken.

(pte)

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