22.11.2011, 18:02

Michael Söldner

Internet

Datenschutzbeauftragter warnt vor IPv6

©bundesregierung.de

Die Bundesregierung sieht die Einführung der neuen IPv6-Adressen, die auch eine Möglichkeit zu festen IP-Adressen vorsehen, als problematisch an.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar spricht sich für zusätzliche Schutzmaßnahmen bei der Einführung der neuen IPv6-Adressen aus, um trotz eindeutiger Identifizierung einzelner Geräte auch weiterhin die Privatsphäre der Nutzer schützen zu können.

Der aus Experten aus Industrie, Forschung und Politik bestehende Deutsche IPv6-Rat erwartet durch die Umstellung ebenfalls nicht nur Vorteile, sondern auch einen Anstieg der Risiken bei der Datensicherheit. So wäre es möglich, die automatische Adressgenerierung der Geräte auch zu einer dauerhaften Identifikation zu nutzen. Nur durch die Privacy Extensions (PE) von IPv6 sei auch weiterhin eine Anonymisierung der entsprechenden Nutzer möglich. Dabei wird der zweite Teil der IP-Adresse per Zufall generiert, das eigentliche Netzwerk sei von außen aber weiterhin identifizierbar.
Das neue Internet - IPV6 - Was bringt der neue IP-Standard?

Neben den IP-Adressen stünden mit Logins, Cookies, den Schaltflächen von sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook sowie Werbebannern aber auch weitere Mechanismen zur Verfügung, die die Privatsphäre der Internet-Nutzer gefährden.

Der neue Standard für Internet-Adressen IPv6 soll die überlasteten herkömmlichen IPs in Zukunft ersetzen. Sie bestehen aus bis zu 32 Stellen und nutzen den hexadezimalen Zahlenraum. Die Adresse eines Geräts wird zudem nicht mehr nur aus der vorgegebenen MAC-Adresse errechnet, sondern nach dem Zufallsprinzip frei bestimmt.
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